myanmar 2007/2008

(19. dezember bis 20. januar)

Einleitung

Dies ist ein Reisebericht einer einmonatigen Reise in Myanmar. Zu Beginn moechte ich sagen, dass es ein wunderbares Land ist, mit so wunderbar netten und freundlichen Menschen. Manchmal hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass wir uns Europaer als "entwickelte Menschen" bezeichnen, denn von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Burmesen koennten sich bei uns viele ein grosses Stueck abschneiden...
Gereist bin ich mit Philip, wir waren im Alter von 7 bis 20 Jahren Nachbarn und sind zusammen in die Primarschule gegangen.

Myanmar allgemein

Land und Leute, Transport etc.

Myanmar, im deutschsprachigen Raum nach wie vor unter Burma bekannt, ist ein Vielvoelkerstaat in Suedostasien. Das Land steht seit 1962 unter einer Militaerherrschaft. Im Birmanischen bedeutet die Silbe Myan fest zusammenhaltend, die Silbe Mar hart, stark oder auch maechtig.

Geographie
Myanmar grenzt im Norden und Osten an China, Laos und Thailand und im Sueden an den Indischen Ozean. Im Westen grenzt Myanmar an Bangladesch und Indien.
Im Osten des Landes liegt das Shan-Hochland mit Erhebungen von bis zu 2500 m. Entlang der Suedwestkueste erstrecken sich Sumpfgebiete, dahinter liegt das Rakhaing-Yoma-Gebirge mit bis zu 3000 m hohen Bergen. Das Kachin-Bergland, ein suedlicher Auslaeufer des Himalaya, liegt im Norden und an der Grenze Myanmar-Indien-China liegt der Hkakabo Razi. Mit seinen 5881 m ist er der hoechste Berg Suedostasiens. In der Mitte des Landes, entlang dem Irawadi, liegt Zentralmyanmar mit seinen fruchtbaren Boeden. Vor der Kueste bildet eine abgesunkene Gebirgslandschaft rund 800 Inseln. 40% der Flaeche wird von Primaerwald bedeckt, wobei die Waldflaeche jaehrlich um 1,2% abnimmt.
Groesste Stadt des Landes ist etwa 5 Mio Einwohntern Yangoon, das bis November 2005 auch Hauptstadt des Landes war. Seit Dezember 2005 waren die Regierungsbehoerden nach und nach in die neue Hauptstadt Pyinmana, ungefaehr 320 km noerdlich von Yangoon, verlegt worden. Die neue Hauptstadt ist fuer Zivilisten und Auslaender gesperrt. Weitere grosse Staedte sind Mandalay, Mawlamyaing, Bago und Pathein.
Myanmar befindet sich mit Ausnahme des aeussersten Nordens im Einflussbereich des Indischen Monsuns. Im wesentlichen lassen sich drei Jahreszeiten unterscheiden: Regenzeit von Ende Mai bis Mitte Oktober, kuehle Trockenzeit von Ende November bis Ende Maerz und heisse Trockenzeit in den Monaten April/Mai und Oktober/November.
Myanmar ist ein Vielvoelkerstaat mit etwa 55 Millionen Einwohnern verteilt auf 135 verschiedene Ethnien. Die groesste ist die der Birmanen (Bamar) mit 70% Bevoelkerungsanteil, anschliessend kommen die Shan (8,5%), die Karein (6,2%) und die Mon (2.4%).
Die einzelnen Voelker sprechen ihre eigenen Sprachen, Englisch ist Handelssprache. Amtssprache ist die Birmanische Sprache.

Religion
Die am weitesten verbreitete Religion in Myanmar ist der Buddhismus. Einige der beruehmtesten buddhistischen Kunstwerke im asiatischen Raum befinden sich hier. Zu den wichtigsten Heiligtuemern zaehlen vor allem die Shwedagon-Pagode in Yangoon, der Goldene Fels suedoestlich von Bago und der Mount Popa in der Naehe von Bagan.

Geschichte
Im 11. Jahrhundert gruendete Koenig Anawrahta das erste birmanische Reich. Im 19. Jahrhundert fiel Birma nach mehreren Kriegen unter britische Herrschaft. Der letzte Koenig von Birma wurde mit seiner Familie durch die britische Besatzung ins Exil nach Indien geschickt, wo er auch starb. Birma wurde Teil von Britisch-Indien. Im Zweiten Weltkrieg wurde es von Japan okkupiert, aber nach Kriegsende wieder von den Briten zurueckerobert. 1948 wurde Birma in die Unabhaengigkeit entlassen. Seither halten bewaffnete Konflikte in verschiedenen Landesteilen an, wo ethnische Minderheiten gewaltsam fuer mehr Autonomie oder Unabhaengigkeit kaempfen. Nach einer kurzen demokratischen Phase bis 1962 wurde Birma von verschiedenen Militaerregimen kontrolliert. Als 1990 bei demokratischen Wahlen die oppositionelle Nationale Liga fuer Demokratie (NLD) einen Erdrutschsieg errang, wurden die Wahlen vom Militaerregime fuer ungueltig erklaert, und es kam zu einer blutigen Niederschlagung von friedlichen Studentenprotesten. Das Regime blieb an der Macht.
Im November 2005 begann die Regierung mit der Verlegung des Regierungssitzes von Yangoon nach Kyappyay in der Naehe der Stadt Pyinmana. Begruendet wurde der Schritt offiziell mit der gegenueber Yangoon zentralen Lage der neuen administrativen Hauptstadt. Inoffizielle Spekulationen reichten von der Furcht vor einer auslaendischen Invasion vom Meer aus bis zur Abschottung des Regimes aus Furcht vor moeglichen neuen Volksaufstaenden.
Im September 2007 formierten sich Protestkundgebungen, zunaechst angefuehrt von buddhistischen Moenchen und Nonnen, denen sich bald auch Zivilisten anschlossen. Am 24. September wurden bereits ueber 100000 Demonstranten gezaehlt. Anders als in der Vergangenheit schritt die Militaerfuehrung zunaechst nicht ein, doch am 25. September begann sie gegen die Demonstranten vorzugehen. Nach offiziellen Angaben kamen 10 Menschen ums Leben, darunter ein japanischer Journalist. Inoffizielle Beobachter sprechen von bis zu 200 Toten. Mehrere Hundert Menschen wurden verletzt. Zahlreiche Kloester in Yangoon wurden von Soldaten gestuermt. Weiterhin wurden Oppositionspolitiker im ganzen Land verhaftet. Insgesamt soll es hunderte Festnahmen gegeben haben. Vier Tage spaeter erklaerte die Militaerjunta schliesslich die Revolte als zerschlagen und beendet.

Gesundheit, Bildung und Soziales
Myanmar ist seit einigen Jahren eines der Laender mit besonders hoher AIDS-Zuwachsrate, was von der Junta lange nicht zugegeben wurde und das Problem verschlimmerte. Ursachen sind vor allem die Prostitution besonders in Yangoon und die verbreitete, auf Grund leicht zu beschaffender inlaendischer Stoffe traditionelle Drogenabhaengigkeit, die infolge der gesellschaftlichen Zerruettung und Aussichtslosigkeit noch gefoerdert wird, die durch den Jahrzehnte langen Buergerkrieg und das individuelle Lebensformen hemmende totalitaere Regime eingetreten ist. Ausserdem ist im Staatsbudget fuer soziale Wohlfahrt und Gesundheit zusammen weniger als ein Zehntel dessen vorgesehen, was fuer Militaer, Polizei und Geheimdienste ausgegeben wird. Der Bildungssektor ist in Myanmar, das eine ausgesprochene Bildungstradition hat, unter dem Militaerregime besonders stark verkuemmert. Mehrere Hochschulen wurden voruebergehend oder ganz geschlossen, vor allem aus Angst vor Studentenaufstaenden und vor der Kritik einer intellektuellen Elite. Lernfreiheit und freie Faecherwahl besteht nicht, dafuer ist es moeglich, gewisse Faecher per Fernkurs zu studieren. Ein grosses Problem ist auch, an Buecher zu kommen.

Menschenrechte
Menschenrechtsorganisationen werfen der Landesregierung und Armee Menschenrechtsverstoesse wie Zwangsarbeit, Zwangsraeumung von Doerfern, Folter, Vergewaltigungen und Einsatz von Kindersoldaten in den bis heute andauernden Kaempfen gegen Aufstaendische vor, vor allem gegen ethnische Minderheiten wie die Karen. Auch manche Rebellengruppen sollen Kinder rekrutiert und Zivilisten zur Zwangsarbeit verpflichtet haben.
Fuer den Bau einer Gaspipeline von Myanmar nach Thailand sollen, um die Pipeline vor Ueberfaellen zu schuetzen, die Doerfer in diesem Gebiet weitraeumig zerstoert und die Bevoelkerung umgesiedelt worden sein. Ende Juni 2007 hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) oeffentlich der Regierung schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Normalerweise aeussert das IKRK seine Kritik vertraulich, doch da die Machthaber Myanmars nicht auf die Vorwuerfe reagierten, habe man die Vorwuerfe publik gemacht. Neben der Misshandlung von Gefangenen wurde vor allem die Verfolgung der Karen kritisiert. In der aktuellen Rangliste von Reporter ohne Grenzen zur Lage der Pressefreiheit liegt Myanmar auf Platz 164 von 168.

Wirtschaft
Mit einem Bruttosozialprodukt von weniger als 622 Euro (2001) pro Einwohner gehoert Myanmar zu den aermeren Laendern der Welt. 70% der Beschaeftigten arbeiten in der Landwirtschaft; in ihr werden 60% des BIP erzeugt, waehrend die Industrie 9% und der Dienstleistungssektor 31% beitragen. Vor der Diktatur stand das Land wirtschaftlich sehr gut da und wurde auch Kornkammer Suedostasiens genannt, zudem ist Myanmar bekannt als Kupfer- und Edelsteinlieferant.

Probleme
In Myanmar herrscht eine starke Inflation, die einheimische Waehrung Kyat verlor im Zeitraum von 1990 bis 2001 durchschnittlich 34,6% pro Jahr an Wert; in den Jahren 2002/03 beschleunigte sich die Inflationsrate auf durchschnittlich 46,9%. Ein grosses Problem des Staates ist der hohe Grad an Korruption. Myanmar belegt den letzten Platz in der Korruptionsstatistik der Organisation Transparency International. Ein anderes grosses Problem sind die exorbitanten Ausgaben fuer Militaer, Polizei und Geheimdienste, die seit Jahren ueber 50% des Staatsbudgets ausmachen.
Wichtigste Exportgueter des Landes sind Erdgas sowie land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse, waehrend die Importe zu einem grossen Teil aus Konsumguetern, Halbfertigwaren und Investitionsguetern bestehen. Waehrend sich eine ganze Reihe europaeischer und amerikanischer Firmen wegen zu schlechter wirtschaftlicher Aussichten, wegen uebertriebener Buerokratie oder der Menschenrechtslage aus Myanmar wieder zurueckzogen, expandieren dorthin besonders Firmen aus Japan, Korea, Singapur und China.
Bekamen Touristen frueher schwer an ein Visum, so oeffnete sich das Land vor einigen Jahren aus wirtschaftlichem Druck und wirbt zunehmend aktiv fuer den Devisen bringenden Tourismus. Dafuer wurden Flughaefen und Strassen auch mit Zwangsarbeitern ausgebaut. Viele Menschenrechtsorganisationen und tourismuskritische Vereinigungen rufen Touristen jedoch zum Boykott des Landes auf, da diese ihrer Ansicht nach durch Reisen nach Myanmar das Militaerregime unterstuetzten und ihre Devisen nicht bei der Bevoelkerung ankaemen.

Bodenschaetze
In Myanmar werden hochwertige Jade und Edelsteine gefoerdert. Daneben kommen auch Spinell, Saphir und einige andere Minerale und Edelsteine in hervorragender Qualitaet vor. Gold wird ebenfalls gewaschen, wobei eine betraechtliche Menge davon von Pilgern in Form von hauchduennen Blaettchen auf Stupas, Buddha-Statuen und den Goldenen Felsen geklebt wird.

Tourismus
Myanmar bietet ein grosses Angebot an Sehenswuerdigkeiten. Die Shwedagon-Pagode in der frueheren Hauptstadt Yangoon ist die groesste und vermutlich wertvollste Pagode der Welt. Sie ist vom Sockel bis zur Turmspitze mit Gold bedeckt. Weitere Hauptattraktionen des Landes sind die weitlaeufigen Anlagen der alten Hauptstadt Bagan mit ueber 2000 Sakralbauten aus vier Jahrhunderten, sowie der Goldene Fels bei Kyaikto im Mon-Staat.

Schattenwirtschaft
An der Grenze zu Laos und Thailand hat Myanmar Anteil am sogenannten Goldenen Dreieck, in dem Schlafmohn angebaut wird, um aus ihm Opium zur Heroinproduktion zu gewinnen. Die Bedeutung Myanmars als Lieferant fuer den weltweiten Heroinmarkt ist durch das Wiedererstarken der Drogenproduktion in Afghanistan nach dem Sturz der Taliban spuerbar gesunken. Myanmar nimmt in der Welt jedoch eine Spitzenposition bei der Produktion von Amphetaminen ein, die auf chemischem Weg leichter, billiger und von der Witterung unabhaengiger als Mohn produziert werden koennen. Sie werden in schwer auffindbaren Dschungel-Fabriken tonnenweise hergestellt und vor allem ueber Thailand und China in die ganze Welt exportiert. Teilweise sollen die Regierungsvertreter daran mitverdienen, indem mit den involvierten aufstaendischen Ethnien Waffenstillstaende gegen Beteiligungen an den Einnahmen aus dem Drogenhandel ausgehandelt wurden.

Infrastruktur
Eisenbahn
Der Ursprung des ausschliesslich in der Spurweite von 1000 mm errichteten Eisenbahnnetzes geht auf die britische Kolonialzeit zurueck. Die erste Eisenbahnlinie wurde 1869 zwischen Yangoon und dem nordwestlich gelegenen Letpadan eroeffnet. 1889 folgte die Linie von Yangoon nach Mandalay, die spaeter noch weiter nordwaerts bis Myitkyina verlaengert wurde. Im Zweiten Weltkrieg liessen die Japaner von Kriegsgefangenen die sogenannte Todeseisenbahn von Thanbyuzayat nach Thailand errichten. Diese Strecke erlangte durch den Film "Die Bruecke am Kwai" grosse Beruehmtheit. Sie wurde aber bereits kurz nach Ende des Krieges demontiert. Heute hat das Streckennetz eine Laenge von 3955 km (2005). Grenzueberschreitende Linien existieren nicht. Rueckgrat des Netzes ist die von Mawlamyaing ueber Yangoon und Mandalay nach Myitkyina verlaufende Nord-Sued-Strecke. Innerhalb dieser Strecke kommt dem 622 km langen Abschnitt zwischen Yangoon und Mandalay eine besondere Bedeutung zu, die sich unter anderem in seinem teilweise zweigleisigen Ausbau und dem Einsatz moderner und auch nach westlichen Gesichtspunkten komfortabler Expresszuege ausdrueckt. Der Verkehr wird von der staatlichen Gesellschaft Myanma Railways weitgehend mit Diesellokomotiven und einigen Dampflokomotiven abgewickelt. Die eingesetzten Zuege erreichen oftmals nur Reisegeschwindigkeiten von 30km/h oder weniger. Selbst die zwischen Yangoon und Mandalay verkehrenden Expresszuege benoetigen fuer die 622 km etwa 16 Stunden. Fahrplaene existieren zwar, sie sind aber fuer den taeglichen Betriebsablauf kaum von Bedeutung, da Verspaetungen von bis zu mehreren Stunden aufgrund des mangelhaften Streckenzustandes und wegen Unfaellen an der Tagesordnung sind.
Strassennetz
Der Strassenverkehr hat sich in Myanmar zum wichtigsten Verkehrstraeger entwickelt. Das Strassennetz ist insgesamt 30000km lang. Allerdings sind nur 3200 km asphaltiert. Der Strassenverkehr sieht sich mit schwierigen klimatischen Verhaeltnissen konfrontiert. Waehrend der Regenzeit sind zahlreiche Strassen wegen Unterspuelungen unterbrochen, in der Trockenzeit reisst die Sonne hingegen den Asphalt auf.

Als Quelle des Einleitungstextes diente Wikipedia, weitere Informationen koennen hier gefunden werden (wikipedia/Myanmar).


Reisebericht

Fuer einen Reisebericht hatten wir leider fast keine Zeit und auch Internet war sehr spaerlich vorhanden. Deshalb wurde der Reisebericht in Form eines Papiertagebuchs gefuehrt!