schweiz-russland-mongolei-china-laos-thailand mit oeffentlichen verkehrsmitteln

(2. mai bis 22. september)

(Insgesamt: 280h im Zug, 100h im Bus, 30h im Boot und 15h im Flugzeug)

Einleitung

Dies ist ein Reisebericht meiner etwas groesseren Reise, welche mich auf dem Landweg von Zuerich ueber Berlin, Moskau, Samara, Kazaan, Novosibirsk, Irkutsk, Ulan Ude, Ulaan Baatar nach Peking fuehrt. Von dort reise ich weiter durch China und Laos nach Thailand, von wo aus ich in die Schweiz zurueck fliege. Die Strecke von Zuerich bis nach Peking reise ich mit Adina, einer Kollegin aus der Schweiz.
Reisebericht

1. Etappe: Zuerich - Berlin - Moskau

Am Montag 2. Mai 2005 beginnt unsere grosse Reise. Wir fahren um 19.44 ab Zuerich mit dem Nachtzug nach Berlin. In Berlin angekommen verbringen wir die Zeit mit Schliessfachsuche, Fruestuecken (Schwarzfahren in der S-Bahn) und Picknick einkaufen. Um 13.34 gehts dann auf Richtung Osten.
Im Zug bemerken wir sehr schnell, dass wir die einzigen sind die kein Russisch sprechen und verstehen...., aber gluecklicherweise haben wir einen sehr hilfsbereiten und auch gespraechigen, deutsch-kundigen Abteil-Nachbar. Dies kommt uns beim Ausfuellen der Zollformalitaeten, welche nur in kyrillischer Schrift abgefasst sind, sehr gelegen. Mitten in der Nacht dann Zollkontrolle von gefaehrlich aussehenden Weissrussischen und Russischen Grenzbeamten - doch oh Wunder, alles laeuft gut.
An der Grenze Polen\Weissrussland wechselt die Spurbreite der Eisenbahn, dazu wird der ganze Zug Wagen fuer Wagen hochgehoben (Passagiere inklusive) und dann das Fahrgestell ausgewechselt.
Nach vielen weiteren Stunden, in welchen wir durch bewaldete Ebenen und durch kleine Doerfer fahren, kommen wir am 4. Mai um 20.22 in Moskau Belorusskaja an. Das Taxi welches uns abholen sollte steht nicht bereit, doch wir clevere Sieche und fahren viel billiger mit der Metro zum Hostel. Das Zimmer ist super schoen (ganz schoene violett-gruen gestreifte Blumentapeten etc.) und erstaunlicherweise auch sehr ruhig gelegen.

2. Etappe: Moskau

An unserem ersten Tag in Moskau sind wir den ganzen Tag in der Stadt umhergelaufen und haben uns die Augen aus dem Kopf gestaunt - die Stadt ist so sauber und alles funktioniert einwandfrei - dies haetten wir nach der Lektuere einiger Reisefuehrer nicht so erwartet. Das Mittagessen wird zum Lotteriespiel, in einer kleinen Imbiss-Bude bestellen wir aufgrund von mangelnden Russisch-Kenntnissen unsererseits und aufgrund mangelnder Englischkenntnissen andererseits, einfach zweimal das unseres Tischnachbars, mal schauen was das ist - war gar nicht so schlecht, nochmals Glueck gehabt... Abends essen wir in einem sehr feinen zentralasiatischen Restaurant.
Am Zweiten Tag fahren wir am Morgen mit der Metro zur Tretjakov-Galerie, ein schoenes Museum mit unendlich vielen Bildern. Vor allem das Treppenhaus mit rosafarbenen Waenden und ueberdimensionalen Kronleuchtern hat entzueckt. Am Nachmittag besuchen wir den Gorky Park, wo wir sage und schreibe auf einen Sessellift treffen - wer haette das gedacht, dass es mitten in Moskau einen Sessellift hat.... Anschliessend kurzer Besuch bei der Uni (leider wollen die Security-Leute unsere CH Ausweise nicht akzeptieren und so konnten wir das imposante Gebaeude nur von aussen bestaunen.
Am Abend essen wir im MuMu, unserem neuen Lieblingslokal.
Heute (Samstag) bestaunen wir als erstes einige Prunkbauten aus der Sowjetzeit, anschliessend vergnuegen wir uns im Kosmonautenmuseum in welchem es uns vor allem der Raumanzug fuer einen Hund angetan hat.
In den naechsten Tagen besuchen wir diverse Sehenswuerdigkeiten in der Stadt, es waere jetzt wohl zu viel und fuer viele auch zu uninteressant alle aufzuzaehlen.
Am Montag finden in Moskau grosse Feierlichkeiten zum 60 Jahrestag des Kriegsendes statt. Da die ganze Innenstadt jedoch abgesperrt ist, verfolgen wir die Parade am Fernsehen in unserem Hotelzimmer.
Am Mittwoch koennen wir dann doch noch den Kreml besuchen der jetzt wieder fuer die Oeffentlichkeit geoeffnet ist. Im Kreml machen wir noch eine Lustige Bekanntschaft mit einer russischen Schulklasse. Nachdem sie sich lange ab unseren Sprache wundern nehmen sie den Mut zusammen uns anzusprechen. Wir reden dann eine Weile mit ihnen. Sie wollen alle unsere E-Mail Adressen und Telefonnummern damit sie uns in der Schweiz besuchen koennen. Wir geben ihnen anschliessend einige Schweizer Muenzen welche von ihnen sehr gerne genommen werden.

3. Etappe: Samara

Mit taschenweise Fressalien bestiegen wir in Moskau den Zug nach Samara. Deshalb waren wir auch umso mehr ueberrascht und ein bisschen ueberfordert mit der Groesse des Lunch-Paketes, das alle Passagiere erhielten. (Wir konnten noch einige Zeit davon zehren...) Nach einer angenehmen 14-stuendigen Zugfahrt kamen wir mit vollgeschlagenen Baeuchen in Samara an, wo uns unser Guide Medea mit offenen Armen empfing. Waehrend unseres Aufenthaltes in Samara wohnten wir zusammen mit einer wechselnden Zusammensetzung von Voluntaeren aus ganz Europa in einer kunterbunten WG, genannt "The Flat". Die naechsten vier Tage verbrachten wir mit Ausruhen, sprich Wolga-Hoeckle, Einkaufen auf dem Markt, wilden Kochduellen in der WG-Kueche, abwaschen, Kino (viel verstanden haben wir allerdings nicht...), Marschrutka fahren (russischer Kleinbus, ohne Russischkenntnisse ist die Fahrt sehr abenteuerlich, da man nie weiss wo genau man landet, bzw. aussteigen kann), spazieren, picknicken und bieren an der Wolga. An der Wolga stellten wir dann bald fest, dass die Russen ausgesprochen gerne und auffallend tanzen, vor allem zu Karaoke-Gesang, welcher alle paar Meter zu hoeren war. Nach diesen Kurzferien in Samara zogen wir weiter nach Kazan. Im Zug nach Kazan gab's dann leider kein Lunch-Paket mehr, dafuer zwei nette Abteil-Gspaendli: Sascha und Vitali (erste Bekanntschaft mit Wodka und russischem Wurstbrot).

4. Etappe: Kazan (Hauptstadt der Republik Tatarestan)

Die Suche nach einem Hotel gestaltete sich wider Erwarten als ziemlich schwierig. Ein Hotel haben wir zwar nicht gefunden, dafuer aber eine billige Absteige (zweckmaessig eingereichtet, ohne ueberfluessigen Luxus). Kazan vermittelte uns ein ganz neues Bild: Zentralasiatische Flair, ausgedehnte laute Maerkte, Moscheen, viel Verkehr, Hitze und Staub. Letzteres haetten wir gerne ab und zu abgewaschen, was aber leider nicht immer moeglich war, weil die Stadt zeitweise ohne Wasser war. Eigentlich wollten wir waehrend unseres Aufenthaltes in Kazan Museen und einige der schoenen alten Gebaeude besichtigen, leider kam es aber zu keinem einzigen Besuch. Da dieses Jahr im Sommer in Kazan das 1000-jaehrige Bestehen der Stadt gefeiert wird, hiess es ueberall "PEMOHT" (Renovation, Umbau). Der Stadt wird also gerade das Sonntagskleid montiert. So verbrachten wir wiederum einen Grossteil der Zeit mit spazieren, im Park herumliegen, kaefele und auf dem Markt herumstoebern. Hoehepunkt unseres Kazaan-Aufenthaltes war eindeutig der Besuch eines Edel-Restaurants mit traditionell tatarischer Kueche. Als wir dort mit Jeans und Rucksack aufkreuzten wurden wir zwar erst etwas komisch gemustert, wurden dann aber trotzdem sehr (!) zuvorkommend bedient. Das vorzueglich mundende Essen wurde begleitet von einer lauten und pompoesen live-Tanz/und-Gesang-Show.... Naja..... Hier noch zwei Zitate unseres privaten Kellners: 1. "I speak English and Turkish, that's all! und 2. "I know people like you only from Discovery-Channel."
Bald ging es auf nach Novosibirsk: Vor uns hatten wir eine 40-stuendige Zugsfahrt. Die zwei Mitreisenden in unserem Abteil (pro Abteil hat es immer vier Betten) haetten schweigsamer nicht sein koennen und zogen es vor waehrend der ganzen Fahrt auf ihren oberen Betten auszuharren. Dafuer waren unsere "Zug-Nachbarn" (Sascha 2 und seine Frau) umso gespraechiger und gastfreundlicher. Trotz den grossen Sprachbarrieren verbrachten wir viel Zeit mit Sascha: Getrockneten Fisch essen (XOPOWO!!!), Vodka und Bier trinken und einen russischen Jass klopfen. Allerdings haben wir die Regeln dieses Kartenspiels nie so ganz begriffen und so spielte er mehr oder weniger fuer alle drei und amuesierte sich praechtig ab unserem Nicht-Wissen.

5. Etappe: Novosibirsk

Am groessten Bahnhof der Transsib-Strecke wurden wir von Valja in Empfang genommen (sie und ihr Freund Maxim haben Martin im Januar in Zuerich besucht). Sie brachte uns zu einer zurzeit leer-stehenden Wohnung in einem russischen Wohnviertel, die wir die naechsten vier Tage benutzen konnten. Am Abend besuchten wir mit ihr noch eine Russen-Disco, ach die Russen tanzen ja lustig.....
Hier mal noch eine kurze Zusammenfassung unseres Aufenthaltes in Novosibirsk, Details folgen spaeter:
1. Tag: Wasch-, Markt- und Stadterkundungstag.
2. Tag: Besuch von Akademgorodok, einer Universitaets-Siedlung und des Ob-Sees, Besuch einer russischen Komoedie im Theater.
3. Tag: Besuch des Novosibirsk Museum, Abend-Schifffahrt auf dem Ob.
4. Tag: Es regnet und hat fast 20 Grad abgekuehlt, wir gehen ins Kino "Star Wars III" schauen, schreiben wieder mal einige Mails und Text fuer die Homepage, und machen uns bereit fuer unsere Weiterreise nach Irkutsk.

6. Etappe: Irkutsk 1

Die Suche nach einer Unterkunft in Irkutsk gestaltete sich sehr schwierig. Entweder waren die Hotels nicht mehr existent (PEMOHT), zu teuer, angeblich voll belegt oder zu weit vom Zentrum entfernt. Nach einer langen und muehsamen Suche kamen wir dann doch noch in einem Hotel unter, welches zwar teuer und laut, aber trotzdem akzeptabel war. Auf unserem ersten Stadtbesichtigungs-Rundgang am Nachmittag machten wir Bekanntschaft mit Marion, einer Fotografin aus Frankreich, und Pascal, einem frankophonen Walliser. Sie fragten uns, ob wir Interesse haetten, mit ihnen am darauf folgenden Tag mit ihnen einen Ausflug nach Buriatien zu machen. Die Leute und die Tour erschienen uns sympathisch und so stimmten wir zu. Um 8:00 h gings los mit Alexej und seinem Subaru-Buessli. Nach (fuer russische Verhaeltnisse) kurzer Fahrt konnten wir bei Kultuk einen ersten Blick ueber den Bajkalsee werfen. Von dort ging es weiter nach Buriatien in das Dorf Arschan (ja, es heisst wirklich so), wo wir ein kleines buddhistisches Kloster besichtigten. Nach einem buratischen Mittagessen gings auf zum Wandern. Unsere Gedanken: Zum Glueck haben wir keine Wanderschuhe angezogen. Eine halbe Stunde spaeter dann: Mist, wieso haben wir die Wanderschuhe nicht dabei! Der vermeintliche Spaziergang entpuppte sich naemlich als russische Kampf-Wanderung ueber Stock und Stein, Berge hinauf, ueber Baeche und glitschige Steine - und das alles mit Turnschuhen. Die Strapazen haben sich aber gelohnt, denn auf der Bergspitze praesentierte sich uns ein atemberaubendes Panorama. Zur Erholung von dieser anstrengenden Wanderung und um den Tag ausklingen zu lassen, fuhren wir zu den nahe gelegenen heissen Quellen, in welchen wir uns so lange "kochen" liessen, bis wir eine Abkuehlung im kalten Fluss auf der anderen Seite der Kuhweide dringend noetig hatten. Auf der Rueckfahrt nach Irkutsk machten wir noch einmal Halt auf einem Huegel ueber dem Bajkalsee und genossen dort den Sonnenuntergang und einen Teller Pelmini.

Die naechsten Tage verbrachten wir in Irkutsk: Markt- und Stadtrundgaenge, einkaufen, zuegeln ( wir wohnen jetzt bei Galina, einer russischen Baba) und organisieren unseres Aufenthaltes am Bajkalsee.

7. Etappe: Insel Olchon

Die Marschrutka-Fahrt nach Olchon, welche im Lonely Planet mit "eight torturous hours" beschrieben ist, war ganz okee. Allerdings fuhren wir am ersten Tag nicht bis zur Insel, sondern blieben fuer eine Nacht auf dem der Insel vorgelagerten Festland in einer Feriensiedlung, in der wir die einzigen Gaeste waren. Auf einem nachmittaeglichen Spaziergang entlang des Bajkalufers trafen wir auf das Camp von sechs russischen Angeltouristen aus Angarsk. Nachdem wir alles Moegliche von ihrem Ess- und Trinkvorrat (z.B. rohen Fisch) gekostet hatten, wurden wir von ihnen auch noch zum Abendessen eingeladen. Menue: gegrillter Hecht, Brot, eingelegtes Gemuese, Salat, dazu Tee, Bier und Wodka. Von letzterem haben die sechs Herren fuer ihren viertaegigen Aufenthalt stolze 18 Liter mitgenommen... Beim Abschied schenkten wir ihm zum Dank ein Sackmesser, wofuer er sich trotz Gegenwehr von unserer Seite mit einem riesigen Dolch (inkl. Fischgeschmack) revanchierte.
Am naechsten Morgen machten wir uns zu Fuss auf zur Faehre, die uns nach Olchon brachte. Auf der Faehre waren wir die Sensation, alle scharten sich um uns und wollten uns in ihrem Auto ein Stueck mitnehmen. Wir entschieden uns mit Zhambal, einem buddhistischen Lama, Taras (sein buriatischer Fahrer) und German (Professor fuer Archaeologie an der Uni Irkutsk) bis nach Chuzhir mitzufahren. In Chuzhir wurden wir von ihnen zum Mittagessen bei Nikita eingeladen. Nikita hat in Chuzhir eine Art Feriendorf aufgebaut, bestehend aus vielen kleinen Holzhaeusern, in welchen man guenstig wohnen kann- was wir dann auch taten. Am naechsten Morgen machten wir uns zu Fuss auf gen Norden. Durch Waelder voll von wildem Rhododendron, ueber Sandduenen und steppenartige Wiesen marschierten wir dem See entlang. Am Abend, bevor wir uns im Zelt zur Nachtruhe legten, nahmen wir noch ein Bad im eiskalten Bajkalsee. Die naechsten drei Tage verbrachten wir ebenfalls mit Wandern und Zelten und besichtigten unter anderem das Nordkap sowie die Nordostkueste der Insel. Nach vier Tagen waren wir des Wanderns ueberdruessig und so gelangten wir per Autostopp wieder zurueck nach Chuzhir, wo wir zur Erholung noch einmal zwei Tage bei Nikita logierten und wundervoll spiesen. Erwaehnenswert ist noch unser Besuch im Museum von Chuzhir, wo es allerhand Wundersames zu bestaunen gibt. Unter anderem ein verrottendes Eichhoernchen, ausgestopfte Fische und mit Klebeband aufgeklebte Pfeilspitzen.

8. Etappe: Irkutsk 2

Zurueck in Irkutsk gingen wir sogleich ans Planen fuer einen naechsten Ausflug. Wir wollten die restlichen sieben Tage bis zur Abreise nach Ulan Ude nicht ausschliesslich in Irkutsk verbringen. Obwohl man in Bolschy Koty ganz gut "lofen" kann und es dort ganz okee sein soll, entschieden wir uns fuer einen exquisiten Ausflug ans Nordende des Bajkal. Am naechsten Tag ging es auf zur 12-stuendigen Bootsfahrt mit dem Tragfluegelboot die Angara hinauf nach Bratsk.

9. Etappe: Bratsk

280000 Einwohner, zwei Hotels, ein Markt, drei Bahnhoefe (aber wo???), eine Staumauer, unmenschliche Arbeitszeiten, ansonsten nichts, nicht einmal ein Stadtplan.

10. Etappe: Severobaikalsk

Von Bratsk fahren wir mit dem Zug nach Severobaikalsk, am noerdlichen Ende des Baikalsees. Wir entscheiden uns, auf dieser Strecke dritte Klasse zu fahren. Der Wagen ist voller Bauarbeiter, welche aus Kasachstan an die Lena fahren, wo sie den Sommer ueber arbeiten. Die Fahrt von Bratsk nach Severobaikalsk dauert etwa 17 Stunden und fuehrt durch wunderschoene Waelder und zum Teil auch der Lena entlang.
In Severobaikalsk kommen wir am Morgen um 6 Uhr an, den Tag verbringen wir am Baikalsee mit dem Bauen von Steinmaennchen, mit einkaufen, dem Besichtigen der Stadt, dem Fahren auf einem sehr alten und wackeligen Riesenrad und vielem anderem mehr. Am naechsten Tag muessen wir uns leider schon wieder auf den Rueckweg nach Irkutsk aufmachen - wir nehmen die Marschroutka zum Flughafen wo wir in ein altes Propeller Flugzeug von Air Buryatia einsteigen. Der Flug nach Irkutsk dauert etwa 90 Minuten, leider geht der Kurs ueber das Land und nicht, wie wir gehofft hatten, dem See entlang. Als wir in Irkutsk ankommen, ist es dort 30 Grad warm, einiges mehr als am Morgen in Severobaikalsk....

11. Etappe: Ulan Ude

Von Irkutsk ging es weiter mit dem Zug nach Ulan Ude. Da wir wiederum sehr frueh am Morgen ankommen, machen wir uns als erstes auf, ein Hotel zu finden. Danach ruhen wir uns noch einige Stunden aus, bevor wir uns aufmachen, die Stadt zu erkunden. Unter anderem besuchen wir ein Heimatmuseum (wo sie u.a. Muenzen aus der ganzen Welt ausgestellt haben, aber keine aus der Schweiz, also gaben wir ihnen welche, mal schauen ob die dann auch ausgestellt werden!), ein historisches Museum und das Ballet. Die Balletauffuerung (Gisele) ist sehr interessant; es erinnert sehr an ein Fest, alle Besucher essen, trinken und klatschen die ganze Zeit, ganz zu schweigen von all den "Bravo"-Rufen! Am dritten Tag besuchen wir ein Kloster welches 20 Kilometer ausserhalb von Ulan Ude liegt, wir gehen mit der Marschroutka hin. Beim Kloster treffen wir auf Seseg, eine Frau aus Ulan Ude, die das Kloster mit ihrem Neffen besucht. Sie laedt uns ein, mit ihr nach Ulan Ude zurueck zu fahren. In Ulan Ude werden wir von ihr noch zum Mittagessen und drei Stunden spaeter noch zum Abendessen eingeladen. Die naechsten zwei Tage werden wir von Seseg und ihrem Neffen in der ganzen Stadt herumgefahren und in verschiedene Restaurants zum Essen eingeladen, dazwischen finden wir aber auch noch Zeit um Einkauefe zu taetigen, Museen zu besuchen, Mails zu schreiben, Pakete heimzusenden und unsere Sachen zu packen.

12. Etappe: Ulaan Bataar 1

Die Fahrt von Ulan Ude nach Ulaan Bataar ist von einem ziemlich krassen Landschaftswechsel gepraegt. In Ulan Ude ist alles noch gruen und es hat viele Waelder. Am Morgen wachen wir kurz vor der Ankunft in Ulaan Bataar auf und schauen aus dem Fenster - nun ist alles sehr karg, braeunlich und huegelig, so wie man sich die Mongolei vorstellt. In Ulaan Bataar verbringen wir viel Zeit mit dem Erkunden der Stadt, mit dem Ausprobieren diverser kleinen Restaurants und dem Besuch einiger Sehenswuerdigkeiten. In Ulaan Bataar fallen uns vor allem die vielen Touristen auf und auch der ueberall vorherrschende Geruch von Schafsfleisch.
Unter anderem besuchen wir das Gandan-Kloster, es ist das groesste noch aktive Kloster in der Mongolei mit ueber 400 Moenchen. Am fruehen Morgen finden jeweils Zeremonien und Gebete statt, es ist sehr eindruecklich dabei zuzuschauen und vor allem zuzuhoeren.
Wir verbringen auch einige Zeit damit, Mitreisende fuer unsere geplante Tour in den Norden des Landes zu finden. Leider werden die zwei, die wir schlussendlich finden, zwei Tage vor der Abreise bedroht und ausgeraubt, sodass sie jegliche Lust an der Mongolei verlieren und wieder nach Peking abreisen. Da wir am naechsten Tag unseren Proviant und einiges an Material einkaufen muessen, fehlt uns die Zeit nach anderen Mitreisenden Ausschau zu halten.

13. Etappe: 1. Mongolei Tour

Zu unserer Tour in den Norden des Landes brechen wir am Montagmorgen um 8 Uhr auf. Unser Fahrer ist ein 64 jaehriger Mongole namens Bavuu. Wir sind froh, dass wir nur zu dritt reisen, so haben wir sehr viel Platz im Auto, was sehr angenehm ist. Die Fahrt fuehrt uns zuerst nach Norden aus Ulaan Bataar heraus in Richtung Darchan. Bereits nach einigen Kilometern bekommen wir die Weite und die Groesse der Mongolei zu spueren. Es hat keine Haeuser oder Doerfer mehr, nur ab und zu vereinzelte Jurten (auf mongolisch Ger genannt), welche einsam in den weiten Huegeln und Ebenen stehen. Auf den Wiesen hat es grosse Schaf-, Kuh- und Pferdeherden welche sich meistens frei bewegen koennen, manchmal werden sie auch von einem Nomaden begleitet.
Von Darchan aus gehts weiter auf der ungeteerten Strasse und bald nur noch auf einem Feldweg zum Kloster Amarbayasgalant (www.amarbayasgalant.org). Das Kloster liegt sehr abgelegen in einem wunderschoenen Tal. Es wurde im 18 Jahrhundert erbaut und befindet sich in einem ziemlich guten Zustand. Unterwegs zeigt uns Bavuu, die "Weissen Kartoffeln", es sind die Knollen von Feuerlilien oder einem aehnlichen Gewaechs. Man kann diese ausgraben und roh essen. Nach dem Besuch des Klosters gehen wir an den nahe gelegenen Fluss, wo wir neben weidenden Pferdeherden unser Zelt aufstellen. Auf der Wiese waechst unter anderem wilde Rhabarber welche wir sammeln. Zum Dessert kochen wir uns dann Rhabarber-Apfel-Kompott, mmmh.
Unsere Reise geht nun weiter ueber Erdenet, wo wir unseren ersten kaputten Reifen reparieren und einige Dinge einkaufen (unter anderem Glace aus Schafmilch - waeh pfui...) nach Bulgan. Unterwegs sehen wir neben den vielen Erdhoernchen auch einige Murmeltiere und haben eine weitere Reifenpanne.
Tags darauf fahren wir nach Moeroen. Von der Distanz her muessten wir in ein paar wenigen Stunden dort sein, doch die Strassen...... oft ist die Strasse nicht mehr als ein mit Felsbrocken uebersaeter Feldweg und wir sind froh, ein Auto mit Vierradantrieb zu haben. Die Wiesen rechts und links des Weges sind uebersaet mit Edelweiss und Feuerlilien. Am spaeten Nachmittag kommen wir am Selenge Fluss vorbei, wir wollen ein Bad nehmen, doch die Stroemung ist viel zu stark und zudem kommt ein starker Regen auf. Als wir nach Moeroen kommen, laesst der Regen etwas nach und wir sehen zwei riesige Regenbogen ueber dem Dorf. In Moeroen uebernachten wir bei einer Familie (Bekannte von unseren Freunden in Ulaan Bataar).
Am naechsten Morgen fahren wir zum Khuvsguul Nuur, ein grosser See im Norden des Landes (der groesste und tiefste See der Mongolei). Auf dem Weg dorthin sehen wir Kraniche, Geier, Steinadler und Murmeltiere. Beim See angekommen gehen wir ins MS Guesthouse in Khatgal. Khatgal ist ein kleines Dorf welches am suedlichen Ende des Sees liegt. Das Guesthouse ist ein 'Jurtencamp' d.h. die Gaeste schlafen in Jurten (traditionelle Behausung der mongolischen Nomaden).
Die naechsten zwei Tage wandern wir von Khatgal am Westufer des Sees entlang und wieder zurueck. Am ersten Tag wandern wir auf einem Wanderweg in Richtung Norden, doch ploetzlich verschwindet der Weg und wir stehen vor einer Felswand die direkt runter zum See geht. Wir muessen uns also einen Weg durch das Gestruepp oberhalb der Felswand bahnen. Es ist sehr steil und heiss, wir koennen also kaum die wunderschoene Aussicht auf den See und die schoene Natur geniessen. Nach ein paar harten Stunden finden wir wieder auf einen Weg, dem wir folgen, bis wir einen schoenen Platz finden um unser Zelt aufzuschlagen. Wir campieren mitten im Wald, etwa 200 Meter vom Seeufer entfernt. Eigentlich wollten wir in Seenaehe campieren, doch dem See entlang fuehrt eine Strasse und es hat einige andere Leute die dort zelten. Vom Ufer aus sehen wir, dass etwa 3 km weiter ein Festival stattfindet, wir gehen hin. Es ist das Tsataan Festival, nichts Traditionelles sondern ein Festival das nur fuer die Touristen durchgefuehrt wird. Die Tsataan sind auch ein Volk von Nomaden, sie beschaeftigen sich mit der Zucht von Rentieren und wohnen, anders als die Mongolen nicht in Jurten sondern in Zelten (wie man es von gewissen Indianer aus Nordamerika kennt). Das Festival ist nichts besonders, also gehen wir wieder zurueck zu unserem Camp und kochen uns ein feines Mahl. Am naechsten Morgen werden wir durch komische Geraeusche aus dem Schlaf gerissen, als wir aus dem Zelt schauen, sehen wir, dass es nur einige Yaks sind, die um unser Zelt grasen. Am naechsten Morgen probiere ich mein Glueck mit fischen, allerdings ist das Wasser nicht sehr tief und meine Angelrute etwas maltraetiert. Nach kurzer Zeit gebe ich es auf und gehe dafuer etwas schwimmen. Die Wanderung zurueck ist viel leichter, da wir einem Pferdeweg folgen. Unterwegs werden wir noch von einer Familie zum Yak-Yoghurt essen und Teetrinken eingeladen. Das Yak-Yoghurt schmeckt hervorragend, es ist etwas suesslich und fettiger als Kuh-Yoghurt. Zurueck in Khatgal erhalten wir von Bavoo (der dort auf uns wartete) geraeucherten Fisch. Er schmeckt sehr gut.
Tags darauf fahren wir zurueck nach Moeroen und weiter in Richtung Tsagaan Nuur (Weisser See). Die Strasse zwischen Moeroen und dem See ist wiederum sehr schlecht und an manchen Stellen kommen wir nur im Schritt-Tempo oder noch langsamer voran. Als wir eine Pause machen, um den Motor des Autos etwas zu kuehlen, kommt eine Mongolin und ihre Tochter um zu schauen was los ist. Sie laedt uns ein, in ihrer Jurte Tee zu trinken und Kaese zu essen. Kurze Zeit spaeter fahren wir weiter, bis wir in den Bergen, etwas abseits des Weges eine gute Zeltgelegenheit finden. Es dauert nicht lange und wir haben wieder Besuch - diesmal von zwei Nomaden-Jungs die unser Camp von weitem gesehen haben. Wir geben ihnen von unserem Essen (Reis mit geraeuchertem Fisch), allerdings scheint es ihnen nicht sehr zu schmecken. Im Gegenzug bringen sie uns spaeter frische Milch und Joghurt, welches uns sehr schmeckt.
Nachdem wir unser Camp zusammengeraeumt haben fahren wir weiter zum Tsagaan Nuur. Die Lava von einem nahe gelegenen Vulkan (Khorgo) hat vor langer Zeit ein Tal aufgefuellt, dahinter staut sich nun der See, er liegt auf 2000 Meter ueber Meer und ist sehr fischreich. Wir gehen Baden und versuchen nochmals unser Glueck mit Fischen doch wieder nichts. Wir uebernachten in einem Jurtencamp direkt am See. Tags darauf zeigt uns Bavoo eine kleine Hoehle in der erstarrten Lava, in einer Ritze entdecken wir viele kleine Fledermaeuse. Anschliessend besteigen wir den erloschenen Vulkan, von oben hat man eine wunderschoene Aussicht ueber die umliegende Landschaft und in den Krater. Am westlichen Ende des Sees ist das kleine Dorf Tariat in welchem wir Benzin tanken sollten, allerdings hat es im Moment keinen Strom, also funktioniert die Benzinpumpe nicht.... Wir schlagen unser Camp in der Naehe des Dorfes an einem Fluss auf. Abends faehrt Bavoo nochmals zum Dorf zurueck, diesmal gibts Benzin - nochmals Glueck gehabt... Zum Abendessen kochen wir Reis mit Fleisch aus der Dose. Die Fleischstuecke sind zum Teil mehr Fett als Fleisch, diese werfe ich neben mir auf den Boden. Ploetzlich spuere ich etwas am Arm und im naechsten Moment sehe ich einen grossen Vogel davonfliegen. Es war ein Bussard, der versucht hat, die Fettstuecke die ich neben mir ins Gras warf zu holen! Der grosse Vogel machte eine Schleife und flog zurueck, ich warf eines der Stuecke in die Luft und er schnappte es sich im Flug -wow! Dieses Spiel wiederholten wir etwa 4 Mal bis ich keine Fettstuecke mehr uebrig hatte.
Am naechsten Tag fahren wir weiter nach Kharakorum, diese Stadt wurde 1220 von Chingis Khan gebaut um spaeter als Hauptstadt des Mongolischen Grossreiches zu dienen. Die Ruinen und Ueberreste dieser alten Stadt werden im Moment ausgegraben. Etwas neuer (von 1586) ist das Erdene Zuu Kloster, es war das erste buddhistische Kloster in der Mongolei und Teile davon stehen noch immer und koennen besichtigt werden. Einst war Erdene Zuu ein Kloster in welchem ueber 1000 Moenche studierten. Heute hat es viel weniger und zudem sind die jungen Moenche sehr modern geworden - die meisten haben ein Mobiltelefon in der Tasche. Das Kloster ist viel mehr eine Touristenattraktion als ein Kloster, dies ist etwas schade. Von Kharakorum fahren wir weiter in Richtung Ulaan Bataar, wir uebernachten bei einem Jurtencamp wo es heisse Quellen hat - endlich wieder einmal warmes Wasser! Am naechsten Morgen fahren wir zum Bogdkhan Gebirge, dort sind noch Ueberreste eines alten Klosters zu sehen. Allerdings steht vom Kloster nicht mehr viel, da es, wie die meisten Kloester in der Mongolei, von den Kommunisten zerstoert wurde. Am naechsten Tag fahren wir zurueck nach Ulaan Bataar.

14. Etappe: Nadaam Fest

Von unserer ersten Tour zurueckgekommen, koennen wir waehrend den naechsten paar Tagen bei einer befreundeten Familie wohnen. Wir bekommen das Kinderzimmer, das Maedchen uebernachtet bei den Eltern und ihr etwas aelterer Bruder auf dem Boden in der Stube. Anfangs wehren wir uns gegen das Ausquartieren der Kinder, ja wir bestehen sogar darauf, dass wir auf dem Boden schlafen - doch es bringt nichts sich gegen jegliche Formen von Gastfreundschaft zu wehren. Vom 11. bis zum 13. Juli ist Nadaam (Nationalfeiertage in der Mongolei). In dieser Zeit werden im ganzen Land Wettkaempfe in verschiedenen Sportarten ausgetragen. Die Sportarten umfassen Bogenschiessen, Pferderennen und Ringen. Am ersten Tag gehen wollen wir zur Eroeffnungsfeier, wir haben auch unsere Tickets. Allerdings werden wir beim Stadion nicht mehr eingelassen, es sei schon voll. Nachdem unser Freund Puje mit einigen Polizisten spricht koennen wir dann allerdings doch noch rein. Nach der Eroeffnungszeremonie fahren wir aufs Land, etwa 40 km von Ulaan Bataar, wo das erste von drei grossen Pferderennen stattfindet. Es ist wahnsinnig heiss und staubig. Auf einem Huegel nahe dem Ziel warten Tausende von Schaulustigen - Mongolen und Touristen - auf das Eintreffen der ersten Pferde. Die Rennen gehen ueber eine Distanz von 20 bis 30 Kilometer. Die Rennpferde werden waehrend den Wochen vor dem Rennen speziell gefuettert und gepflegt, und es ist ein grosses Geheimnis eines jeglichen Nomaden wie und was er seinem Pferd fuettert. Die Pferde werden - um Gewicht zu sparen - nicht selten von drei- bis vierjaehrigen Kindern geritten (und dies ueber eine solche Distanz...). Wir stehen in der Naehe des Praesidentenzeltes in welchem der Praesident der Mongolei sitzt und sich das ganze Spektakel anschaut. Nach dem Eintreffen der ersten hundert (von etwa 300) Pferden, verlassen wir das Spektakel um einige Freunde unserer Bekannten zu treffen.
Wir gehen mit den beiden Familien an einen Fluss wo wir baden und ein sehr spezielles mongolisches Gericht -Khorg- essen. Es wird nur an Feiertagen und fuer andere spezielle Anlaesse zubereitet. Die Zubereitung ist erstaunlich einfach und das Ergebnis sehr gut. Also: man nehme eine metallene Milchkanne (etwa 20 Liter oder mehr), einige runde Steine, ein Feuer, ein in Stuecke zerteiltes Schaf, Salz, Wasser, Kartoffeln, Karotten und Peperoni. Zuerst werden die Steine im Feuer erhitzt, anschliessend werden einige der Steine in die Milchkanne gegeben, dann wird Fleisch und Gemuese hinein gegeben, etwas Wasser und etwas Salz, dann wieder Steine, Fleisch und Gemuese usw. bis die Kanne fast voll ist. Anschliessend wird die Kanne gut abgedichtet und verschlossen. Das ganze wird nun fuer etwa 30 bis 40 Minuten stehengelassen (nicht auf dem Feuer, die einzige Hitze kommt von den Steinen). Dann wird der ganze Inhalt Stueck fuer Stueck herausgenommen und gegessen. Die Suppe ist sehr fettig, soll jedoch sehr gesund sein.... jeder Person wir ein heisser Stein in die Haende gegeben, dies soll gut sein und eine heilende Wirkung fuer alle moeglichen Sorten von Krankheiten haben. Nach dem feinen Mahl fahren wir alle zu dem Haus der Bekannten wo wir alle in Zelten uebernachten. Vor dem Schlafengehen muessen wir, als Besucher allerdings noch mit fast allen Anwesenden anstossen was dazu fuehrt das wir sehr gut und sehr schnell einschlafen.
Am naechsten Tag fahren wir zum grossen Pferderennen. Es ist das Pferderennen an welchem die schnellsten Pferde teilnehmen (ich glaube die 6 jaehrigen, bin mir aber nicht mehr sicher). Es ist wiederum sehr heiss und staubig. Das Rennen startet mit etwa 2 Stunden Verspaetung. Nach dem Rennen rennen alle Leute zu ihren Autos und alle wollen zurueck nach Ulaan Bataar. Dies fuehrt zu einem unglaublichen Stau, in dieser Hitze und bei diesem Staub... Wir kommen an vielen Autos vorbei deren Motoren nicht mehr mitmachen, die Leute stehen ratlos vor der geoeffneten Kuehlerhaube... Als erstes gehen wir uns auffrischen bei der Familie zuhause. Anschliessend sind wir zu muede um noch in die Ringer-Arena zu gehen, also schauen wir uns einige der Ringkaempfe am Fernsehen an.
Am naechsten Tag finden nochmals einige Wettkaempfe statt, allerdings bleiben wir dem Treiben fern und gehen stattdessen mit der Familie zum Fluss, wo sie ein Gercamp (Jurtencamp) besitzen. Dort kochen wir wieder ein Khorg, diesmal im kleineren Rahmen, und spielen mit den Kindern.
In den naechsten zwei Tagen organisieren wir unser Visum fuer China und wechseln unsere Unterkunft. Wir gehen ins UB Guesthouse. Dort finden wir nach kurzer Suche noch 4 weitere Leute die mit uns auf eine vom Guesthouse organisierten Tour in die Wueste Gobi kommen. Es sind zwei Deutsche und zwei Polen.

15. Etappe: 2. Mongolei Tour

Unsere zweite Tour fuehrt uns von Ulaan Bataar aus in den Sueden der Mongolei. Diesmal sind wir mit einem alten russischen Kleinbus unterwegs. Am ersten Tag fahren wir durch die Steppe in Richtung Sueden. Die Landschaft beginnt etwas karger zu werden. Abends machen wir bei einer kleinen Huegelkette Halt, stellen unser Zelt auf und machen ein Feuer aus getrocknetem Dung und einigen trockenen Zweigen. Bei den Huegeln hat es noch einige Ruinen eines Klosters, eine kleine "Quelle" (ein Loch, etwa 2 cm im Durchmesser, mitten in einem Steinbrocken). Abends bekommen wir Besuch von einem Kollegen unseres Fahrers welcher in der Naehe wohnt. Sie trinken ziemlich viel Alkohol und dies ist der Beginn einiger Komplikationen... Am naechsten Morgen spendiert unser Fahrer als erstes einmal fuer alle ein Bier, selbst trinkt er Vodka. Nach einigen Glaesern faehrt er dann los. Wir kippen das Bier auf den trockenen Steppenboden. Als wir nach kurzer Fahrt in einem Kloster ankommen gehen wir das Kloster besichtigen. Die Zeit die wir im Kloster verbringen verbringt unser Fahrer mit Trinken. Als wir aus dem Kloster kommen schlaeft er unter dem Auto.... Wir lassen ihn eine Stunde schlafen und wecken ihn. Allerdings ist er immer noch unfaehig zu gehen, deshalb fahre ich weiter. Es ist gar nicht einfach mit so einem alten russischen Kleinbus ueber mongolische "Strassen" zu fahren. Nach etwa einer Stunde habe ich einen platten Reifen. Kurz darauf kommen wir in Mandalgov an, eigentlich sollten wir heute noch weiter fahren, doch unser Fahrer trifft weitere Freunde um zu trinken....Wir telefonieren also dem Guesthouse welches die Tour fuer uns organisierte. Sie sagen wir sollten im Hotel uebernachten, sie wuerden ueber Nacht einen zweiten Fahrer nach Mandalgov schicken. Wir uebernachten also im Hotel und am naechsten Morgen steht unser mueder neuer Fahrer vor der Tuer. Am selben Tag fahren wir nochmals etwa 10 Stunden nach Dalanzadgad. Die Landschaft wird nun sehr trocken und sandig. Pferde, Kuehe und Gras weichen Kamelen und trockenen Bueschen. In Dalanzadgad sind wir froh, ueber den Ausgang der Dinge mit unserem Fahrer. Der neue ist sehr gut, allerdings ist er sehr froh, dass er nach 24 Stunden Fahrt (!!!) endlich wieder einmal schlafen kann.
Am naechsten Tag geht die Fahrt weiter ins Yol Tal. Es ist ein Tal in einem Nationalpark in der Wueste Gobi. Die eine Schlucht im Tal ist so tief und so schmal, dass es sogar im Sommer hier noch Eis gibt! Im Tal hat es eine ueppige Vegetation und wir sehen viele Erdhoernchen und Murmeltiere. Als wir im Tal wandern beginnt ein heftiger Regen. Es ist sehr selten, dass es in der Gobi regnet und da es relativ warm ist, ist es auch noch ganz angenehm. Tags darauf ist es wieder sehr schoenes und heisses Wetter. Die Fahrt geht weiter durch die Wueste, vorbei an Kamelherden und vereinzelten Jurten. Unterwegs ueberholen wir noch einige Verrueckte (sie nehmen an einem Wettkampf "Zu Fuss quer durch die Mongolei" teil). Nachmittags kommen wir zu einer weiteren Hauptattraktion der Gobi, den grossen Sandduenen (Khorgoryn Els). Dort angekommen machen wir uns auf dem Ruecken von Kamelen auf den Weg zu den bis zu 800 Meter hohen Sandduenen. Wir klettern auf die Duenen von wo aus wie einen herrlichen Sonnenuntergang beobachten koennen. Zurueck in Jurtencamp wird uns Kamelfleischsuppe serviert - ich moechte nicht wissen wie alt das Kamel war, das wir gegessen haben aber es muss sehr alt gewesen sein. Die Suppe ist alles andere als schmackhaft, das Fleisch hat einen widerlichen Geschmack und zudem sind noch kleine Maden in der Suppe. Aber da es nichts anderes gibt wird sie trotzdem gegessen...
Tags darauf fahren wir von den Sandduenen wieder in Richtung Norden. Wiederum kommen wir an vielen Kamelen und einigen Jurten vorbei. Bei den "Flaming Cliffs" (Bayaan Zag) machen wir Halt und uebernachten. Die Flaming Cliffs werden so genannt da der rote Sandstein bei Sonnenuntergang wie ein Feuer leuchtet. Am Abend retten wir unter anderem noch einen Igel der in das Plumpsklo gefallen ist. Es ist das erste Tier das wir in der Wueste sehen (neben Kamelen, Eidechsen und Kaefern). Der naechste Tag bringt uns wieder etwas naeher zu Ulaan Bataar, wir fahren kommen durch einige Doerfer wo wir jeweils Halt machen und sofort von neugierigen Kindern begruesst werden. Die Landschaft wird langsam wieder etwas gruener und auch sehen wir wieder ab und zu ein anderes Tier als ein Kamel. Zwei Tage spaeter sind wir dann wieder zurueck in Ulaan Bataar.

16. Etappe: Ulaan Bataar 2

Zurueck in Ulaan Bataar ruhen wir noch fuer einige Tage aus, gehen nochmals zum Markt shoppen, erledigen noch dies und das etc. etc. Uns wurde immer wieder gesagt, wir sollten nicht alleine zum Markt gehen, es sei gefaehrlich - naja, wir dachten es koenne doch nicht so schlimm sein und sind dann trotzdem gegangen. Es dauerte etwa 10 Minuten und meine Hemdtasche, in welcher ich etwa 3000 Tugruk (3 Franken) hatte, wurde mit einer Rasierklinge aufgeschlitzt. Ich merkte davon ueberhaupt nichts, ausser dass ich ploetzlich in einem Gedraenge war. Ich bahnte mir einen Weg aus der Masse und sah mein zerschnittenes Hemd, das Geld konnten sie allerdings nicht nehmen. Zum Glueck gibt es in Ulaan Bataar viele Schneider und Naeherinnen, sodass mein Hemd bald wieder aussah wie neu :-)
Abschliessend kann ich ueber Ulaan Bataar folgendes sagen: anfangs fand ich die Stadt weder schoen noch interessant, nach der ersten Tour fand ich es schoen nach Ulaan Bataar zurueckzukommen, und jetzt, beim dritten Mal moechte ich ueberhaupt nicht mehr gehen. Wir wissen welche Dinge wir wo bekommen, wir wissen welche Imbissbuden und Restaurants gut und guenstig sind und wir wissen wie man ein Telefon macht(auf der Strasse stehen ueberall Leute mit Telefonapparaten, hier in Ulaan Bataar hat es ein Funknetz ueber welches alle diese Apparate funktionieren. Will man ein Telefon machen, so geht man zu einer dieser Personen und gibt ihr die Nummer. Sobald jemand antwortet, wird einem der Hoerer ueberreicht. Bezahlt wird im Minutentakt welcher hier sehr guenstig ist). Auch wie man die Strasse ueberquert muessen wir lernen (fuer Fussgaenger wie auch Autos sind die meisten Verkehrsschilder inexistent, man laeuft also einfach etappenweise ueber die Strasse, zuerst die erste Spur, dann die zweite etc.)etc. etc. mit der Zeit fuehlt man sich wohl ueberall zuhause.

17. Etappe: Peking

Am 31. Juli kommen wir in Peking an, es ist sehr warm und schwuel hier. Die Suche nach einer Jugendherberge gestaltet sich als sehr schwierig, da alles ausgebucht ist. Wir finden etwas ausserhalb des Zentrums ein Hotel wo wir fuer 2 Tage uebernachten. Das Hotel ist nur ein Zweisterne Hotel, ueberbietet jedoch alles was wir bisher an Komfort erlebten. Wir haben einen Fernseher der auch wirklich funktioniert, ein riesiges Fruehstueck-Buffet etc. etc. Am 1. August fahren wir in die Innenstadt, wo wir durch die belebten Strassen schlendern, einige Dinge einkaufen, den Tianan-Men Platz besichtigen, gebratene Skorpione essen etc. Da am spaeten Abend keine Metro mehr faehrt (faehrt nur bis 23 Uhr), nehmen wir ein Velo-Taxi, der arme alte Mann muss sich mehr als 20 Minuten abstrampeln bis wir beim Hotel ankommen....
Am naechsten Tag besuchen wir den Sommerpalast, ein schoenes Palastgelaende etwas ausserhalb der Stadt. Nachmittags und abends verbringen wir in diversen Maerkten, Restaurants, Teehaeusern, Shopping-Centers wo es jeweils sehr interessant ist. Einmal gehen wir abends in ein Hutong (altes Stadtviertel) suedlich des Tian-an-Men Platzes, dort hat es viele kleine Shops und jede Menge Restaurants. Wir gehen in ein kleines Restaurant wo wir eine Art Chinesisches Fondue Chinoise essen: wir bekommen eine Art Grill, der mit Holzkohle gefuellt ist, rundherum hat es eine ringfoermige Wanne welche mit Wasser gefuellt ist. Ins Wasser gibt man nun Fleisch, Spinat, Kartoffeln, Nudeln, Pilze etc. und einige Minuten spaeter fischt man das ganze mit den Staebchen raus, mmmh...
Am 4. August besuchen wir die Grosse Mauer bei Simatai, an diesem Ort hat es viel weniger Touristen und die Mauer ist nicht sehr stark restauriert, wie es an anderen Stellen der Fall ist. Wir wandern fuer 4 Stunden auf der Mauer, vorbei an vielen Tuermen und jeweils eine grandiose Aussicht auf die umliegenden Huegel und Waelder.

Adina und ich haben uns gemeinsam entschieden ab Peking getrennte Wege zu gehen. Dies hat zur Folge, dass ab jetzt leider keine neuen Fotos mehr auf die Homepage kommen werden, da ich keine Digitalkamera habe. Ich werde, sobald ich in der Schweiz bin und meine Filme entwickelt habe, meine Fotos auf die Homepage stellen. Dies dauert allerdings noch eine Weile...


18. Etappe: Zugsfahrt nach Chengdu

Von Peking fahre ich mit dem Zug nach Chengdu, die Hauptstadt der Provinz Sichuan. Die Zugsfahrt dauert 30 Stunden und ist sehr verschieden zu den bisherigen. In einem Abteil sind nicht 4 sondern 6 Betten, dies macht das ganze ziemlich eng. Allerdings funktioniert die Klimaanlage tadellos was sehr angenehm ist. Auch das viele Essen, welches ich fuer die Zugsfahrt eingekauft hatte, haette ich in den Ladenregalen lassen koennen. Die ganze Zeit fahren im Zug kleine Waegelchen vorbei wo man die verschiedensten Speisen kaufen kann (auch warme wie zum Beispiel ein Teller Reis mit 4 verschiedenen Beilagen - mmh). In dem Wagen in dem ich bin, bin ich der Einzige "Tourist", die Kommunikation mit den Leuten in meinem Abteil ist auch nicht gerade einfach, zum Glueck habe ich einige Fotos aus der Schweiz dabei, diese schauen wir gemeinsam an, und ab dann ist es ploetzlich einfacher mit ihnen ins Gespraech zu kommen.
Anfangs faehrt der Zug durch eine schier endlose Ebene, ueber den Gelben Fluss und wieder ueber ebenes Land. Einige hundert Kilometer vor Chengdu beginnt die Landschaft huegeliger und bergiger zu werden, der Zug faehrt hier durch unzaehlige Tunnels, und durch wunderschoene Waelder, vorbei an Reisfeldern und kleinen Doerfern.

19. Etappe: Chengdu 1

Das Erste was mir in Chengdu auffaellt ist der Regen, und ich werde in den naechsten paar Tagen feststellen, dass dieser hier im Moment Dauergast zu sein scheint.... In der Jugendherberge Dragon Town finde ich jedoch ein trockenes Bett. Den ersten Tag in Chengdu verbringe ich wie in allen Staedten vorher mit einem Spaziergang durch die Stadt. Als erstes lasse ich mir die Haare schneiden, das letzte Mal war ich in Ulan Ude, es ist also wieder mal an der Zeit. Das Schneiden kostet 1.50 Franken, inklusive 3-mal Waschen (zweimal vor dem Schneiden und einmal nachher). Anschliessend gehe ich in viele kleine Shops wo ich mir noch einige Kleinigkeiten kaufen muss. Abends finde ich eine sehr gemuetliche Lounge ganz in der Naehe der Jugendherberge, es ich ein richtig schoener Ort um ein paar Stunden zu verweilen, elektronische Musik zu hoeren und dazu ein kuehles Bier zu trinken.
An naechsten Tag steht der Besuch des Panda Zentrums auf dem Programm. Diese putzigen Baeren sind so niedlich, dass sie einem so richtig das Herz erwaermen. Vor allem wenn sie auf dem Ruecken liegend am Bambusessen sind und einem mit so richtig grossen Augen anschauen. Am Nachmittag wollte ich eigentlich einen Tempel anschauen gehen doch der starke Regen haelt mich davon ab, stattdessen schreibe ich den Text der im Moment gerade gelesen wird.

20. Etappe: Songpan

Tags drauf fahre ich mit dem Bus von Chengdu nach Songpan, ein Dorf im Norden der Provinz Sichuan. Die Busfahrt dauert ganze 8 Stunden und geht zuerst durch wunderschoene Taeler, vorbei an reissenden Fluessen und wunderschoenen Waeldern. Je hoeher wir kommen umso karger wird es, Songpan liegt naemlich auf 2700 Meter ueber Meer. In Songpan angekommen treffe ich auf Steven und James, zwei Englaender welche ich zuvor bereits in Chengdu traf. Sie kommen am naechsten Tag auch auf den 2 taegigen Pferde-Trek. Am naechsten Morgen gehts auf, mit den Pferden ueber 4000 Meter hohe Berge zu einem wunderbaren Nationalpark mit vielen schoenen Seen und sogar einer heissen Quelle. Auch das Wetter spielt super mit und wir haben waehrend der ganzen Zeit schoenes Wetter, das auch den naechsten Tag anhalten wird. Den Abend verbringen wir mit unseren Guides und den 5 chinesischen Mitstreiter am Lagerfeuer. Am naechsten Tag reiten wir entlang eines anderen Weges zurueck nach Songpan. Die Wiesen hier sind voll mit Blumen (z.B. Rittersporn und Edelweiss), auch die Vogelwelt ist sehr reich (z.B. Wachteln, Rebhuener und Neuntoeter). Zurueck in Songpan erholen wir uns von den Strapazen mit einer 60 minuetigen Tibetischen Massage, was ziemlich schmerzhaft ist, allerdings sehr sehr gut tut.
Am 12. August fahre ich zurueck nach Chengdu, der Busfahrer faehrt viel ruhiger als derjenige von Chengdu nach Songpan, deshalb haben wir dann auch 10 statt 8 Stunden. Auf dem Weg muessen wir 2 laengere Pausen machen, die erste weil ein Stueck der Strasse durch eine Sprengung mit Steinen versperrt ist, die zweite weil ein Lastwagen voller Salat von der Strasse abkam und nun mit einem Kranwagen zurueck auf die Strasse gehievt wird.

21. Etappe: Chengdu 2

Zurueck in Chengdu muss ich einige Dinge erledigen wie zum Beispiel Waesche waschen (habe die Waesche dieses Mal zur chemischen Reinigung gebracht, jetzt habe ich endlich wieder einmal saubere und auch trockene Kleider....), Zugticket nach Kunming organisieren, Schlaf nachholen etc.
Zum Glueck blieb aber auch noch etwas Zeit um die Stadt etwas anzuschauen. Das Wetter hat sich naemlich auch hier gewendet und es ist jetzt zwar immer noch sehr feucht und heiss, doch zumindest regnet es nicht mehr die ganze Zeit. Im Bus von Songpan nach Chengdu habe ich Ines aus Deutschland getroffen, sie hat Chinesisch studiert und macht nun eine Doktorarbeit ueber Chinesische Geschichte. Mit ihr verbringe ich einen ganzen Tag mit dem Besichtigen von Tempeln. Zuerst besuchen wir ein lebhaftes buddhistisches Zentrum, den Wenshu Tempel. Er wurde in der Tang Dynastie (618-907) errichtet, die meisten Gebaeude die heute stehen sind allerdings aus dem Jahr 1691. Die ganze Anlage ist wunderschoen, voller wunderbaren Gebaeuden, Baeumen etc.
Anschliessend besuchten wir den Qiangyanggong Tempel, einen daoistischen Tempel, welcher zwar ein bisschen aehnlich doch trotzdem sehr verschieden war. Einige Dinge die die meisten Leute in Europa kennen, welche vom Daoismus stammen sind zum Beispiel das Yin Yang Symbol oder das Tai Chi.
Am Abend besuchten wir noch ein Restaurant welches typische Gerichte der Sichuan Kueche zubereitet. Es war sehr sehr gut, und auch hier war es sehr hilfreich jemanden an der Seite zu haben, der Chinesisch versteht. Normalerweise bestelle ich immer das was die Leute an einem der Nachbartische gerade essen, sofern es gut aussieht natuerlich :-)
Zum Abschluss des Tages besuchte ich mit drei Jungs aus dem Guesthouse in welchem ich wohnte eine Chinesische Disco (Age of Red). Die Techno-Musik war ohrenbetaeubend laut doch es war trotzdem ein super Erlebnis!
Am naechsten Morgen packte ich meine sieben Sachen, nein, mittlerweile sind es ein paar mehr... und machte mich auf den Weg zum Bahnhof wo ich den Zug nach Kunming bestieg. Die Fahrt dauerte nur 19 Stunden und fuehrte durch wunderschoene Landschaften, vorbei an Reisterrassen, riesigen Fluessen, hohen Bergen, kleinen Doerfern und grossen Staedten.

22. Etappe: Kunming

Gegen Mittag komme ich in Kunming (1890 Meter ueber Meer, Hauptstadt der Provinz Yunnan) an, sogleich beziehe ich mein Bett im "The Hump". Die Jugendherberge liegt mitten in der Stadt, dies ist super, entpuppt sich in der Nacht jedoch als Nachteil, da rundherum jede Menge Discos und Bars sind - doch zum Glueck gibt es Ohropax, damit schlaeft es sich sehr gut :-)
Doch nun zu meinem Programm am Tag meiner Ankunft: Am Nachmittag schlendere ich zuerst etwas durch die Strassen und Gassen, die Maerkte sind auch hier sehr interessant. Vor allem die Vielfalt der Tiere die zum Verkauf angeboten werden ist eindruecklich - von Hunden, Katzen, Hasen, Fischen, Schildkroeten bis Echsen kann man alles kaufen, ob als Haustier oder zum Essen sei der Kaeuferin oder dem Kaeufer ueberlassen...
Anschliessend besuche ich die zwei Pagoden und wiederum einen Tempel (Yuantong Tempel). Er stammt urspruenglich aus der Tang Zeit, wurde jedoch in den Jahren 1301 bis 1320 renoviert. Verglichen mit denjenigen Tempeln, die ich in Chengdu besuchte, ist er allerdings nicht sehr sehenswert. Als ich ankomme, ist die Anlage eigentlich bereits geschlossen, doch zum Glueck werde ich doch noch hereingelassen. So habe ich die ganze Tempelanlage fuer mich allein, abgesehen von den Moenchen die dort wohnen und einigen ihrer Angehoerigen. In der Mensa des Tempels bekomme ich fuer 0.50 SFr sogar noch ein super gutes Abendessen.
Nach dem Mahl gehe ich zum Nachtmarkt, er entpuppt sich allerdings als Ansammlung von Diskotheken und Bars, nach einem Bier gehe ich zurueck in die Jugendherberge.
Tags drauf gehe ich wiederum in der Stadt spazieren, der vermeintliche Aussichtspunkt den ich besuchen moechte entpuppt sich allerdings als Sitz der Stadtregierung, welcher nicht besucht werden kann. Also nehme ich den Bus und fahre zum Tempel des schwarzen Drachens, es ich wiederum ein daoistischer Tempel, diesmal aus der Yuan Zeit (1271 bis 1368). Die ganze Anlage befindet sich an einem dicht bewaldeten Huegel und besteht aus einigen schoenen Gebaeuden . Das Highlight dieses Tempels sind drei angeblich sehr alte Baeume. Der eine, ein Teebaum, ist wirklich sehr schoen und an der Groesse nach zu urteilen, muss er wirklich viele hundert Jahre alt sein. Die beiden anderen sind jedoch eher klaeglich und man fragt sich ob sie ueberhaupt noch am Leben sind.
Der naechste Tag ist bereits mein letzter in Kunming. Als ich am Morgen aufwache, regnet es in Stroemen, deshalb verbringe ich den Tag mit schreiben und packen.

23. Etappe: Die Fahrt nach Jinghong

Am Mittwoch (18.8.) fahre ich mit dem Bus nach Jinghong, der Hauptstadt der autonomen Provinz Xishuanbanna. Eigentlich sollte der Bus um 8.30 losfahren, doch weil es zu wenige Passagiere hat, warten wir bis der Bus etwas voller ist. Dies dauert ganze 3 Stunden. Da es eine lange Fahrt ist, hat es nur Schlafbusse, die Betten sind allerdings etwas zu klein fuer mich, sodass ich stets die Beine angezogen haben muss. Das Gute ist, dass ich in der vordersten Reihe bin, so habe ich eine gute Aussicht nach vorn und auch der Fernseher ist direkt vor mir. Die Fahrt geht durch eine wunderschoene bergige Landschaft, die Huegel sind voll mit Tee-Plantagen, Bambuswaelder, Bananenpalmen etc. Unterwegs halten wir zweimal zum Essen, das Essen schmeckt sehr gut und ist extrem guenstig (etwa 45 Rappen).
Nach etwa 8 Stunden Fahrt auf der Autobahn, fahren wir zuerst auf einer kleinen Teerstrasse weiter, die nach einer Weile in eine feldwegaehnliche Strasse uebergeht. Da hier im Moment Regenzeit ist, hat diese viele Rillen, Loecher und so weiter.

24. Etappe: Jinghong

Der Bus kommt schlussendlich nach 14 Stunden Fahrt in Jinghong an. Es ist mittlerweile 1.30 morgens. Da ich nur den Namen eines Hotels habe, nicht aber dessen Adresse, und ich nicht weiss wo das Hotel ist, faehrt mich der Taxifahrer natuerlich kreuz und quer durch die Stadt.... Ich entschliesse mich dann einfach auszusteigen und zu Fuss nach einer anderen Unterkunft zu suchen. Bald finde ich ein Hotel, ein Zimmer mit zwei Betten, Farbfernseher und einer Dusche/Toilette (auf dem Balkon) kostet etwas mehr als 5 Franken, inklusive Gecko an der Zimmerdecke :-)
Nach einer kurzen Nacht mache ich mich dann mit Sack und Pack auf den Weg zum Hotel in welches ich eigentlich schon tags zuvor wollte. Leider haben sie im Moment nur noch die teureren Zimmer (8 Franken), dafuer verfuegen die ueber einen eigenen Computer mit Internet und eine Klimaanlage, was hier bei diesem tropischen Klima sehr angenehm ist. Den ersten Tag verbringe ich wie immer, wenn ich in einer neuen Stadt ankomme, mit einem Stadtrundgang. Jinghong ist viel kleiner als alle anderen chinesischen Staedte die ich bisher besucht habe, es wohnen nur etwa 50'000 Leute hier. Die meisten Strassen sind links und rechts von Palmen gesaeumt und es wimmelt auch hier ueberall nur so von kleinen Laeden, Imbissbuden, kleinen Restaurants etc.
Am naechsten Morgen wache ich relativ frueh auf, Grund dafuer ist unter anderem die Melodie von "Happy Birthday" welche in sehr hoher Lautstaerke etwa alle 20 Minuten ertoent. Ich finde dann heraus, dass die Leute die den Abfall einsammeln, je ein Megafon dabei haben, aus welchem diese Melodie erklingt. Sobald die Leute das hoeren, bringen alle den Abfall auf die Strasse.
Am Morgen treffe ich eine New-Yorkerin, die im selben Hotel wohnt wie ich. Sie hat fuer heute ein Auto mit Fahrer gemietet. Wir beschliessen zusammen einen Ausflug in den Ye Xiang Gu Nationalpark zu machen. Der Nationalpark befindet sich etwa 50 km noerdlich von Jinghong im Urwald. Es leben dort unter anderem noch wilde Elefanten, die wir allerdings nicht zu Sehen bekommen. Am Anfang des Parks geht es mit einem Sessellift fuer etwa 20 Minuten durch und ueber unberuerten Urwald. Dann kann man auf einem Wanderweg zurueckwandern. Die Fuelle der Pflanzen und vor allem der Schmetterlinge ist unglaublich. Letztere kommen in allen Farben vor, von weiss ueber gelb, rot violett, blau bis tuerkis! Abends gehen wir in Jinghong zum Nachtmarkt. Es ist eine Mischung aus Restaurants, Bars, Schiessbuden, Bahnen etc. Bei einem der vielen Barbecue Staende essen wir etwas, die Wespen-Waben mit den Maden drin lassen wir allerdings lieber fuer jemanden anderen uebrig....
Am Sonntag Morgen wollte ich eigentlich mit dem Bus zu in ein benachbartes Dorf fahren, da dort am Sonntag jeweils ein grosser Markt stattfindet. Ich schlief jedoch etwas laenger als geplant, so hatte ich den Bus verpasst. Ist vielleicht auch besser, sonst haette ich mir noch mehr Sachen gekauft - habe langsam kein Platz mehr in meinem Rucksack! Stattdessen habe ich mir ein Mountainbike gemietet und bin damit fuer etwa 4 Stunden in der Landschaft herumgefahren. Ich kam unter anderem an Reisfeldern, kleinen Doerfern, Kautschuk- und Bananenplantagen vorbei. In einem kleinen Dorf kaufe ich im Laden eine Flasche Wasser, es dauert nicht lange und ich bin umringt von ca. 10 Frauen, Maennern und Kindern. Sie alle sprechen mit mir auf Chinesisch.... Ich verstehe natuerlich nichts, doch zum Glueck habe ich ein Woerterbuch und meine Fotos dabei, letztere sehen sie sich sehr gerne an. Nach einer Weile wird sogar noch der Dorfaelteste herbeigefuehrt, er ist 90 und sieht und hoert fast nichts mehr. Mit ihm faellt die Konversation noch viel schwerer, doch es ist ein interessantes Erlebnis.

25. Etappe: Die Fahrt nach Laos

Am naechsten Morgen fahre ich mit dem Bus von Jinghong ueber Galanba nach Mengla. Unterwegs muss ich umsteigen, da in unserem Bus zu wenig Leute sind und es sich fuer den Fahrer finanziell nicht lohnt weiter zu fahren. Im neuen Bus treffe ich auf zwei polnische Biologen (Domenica und Darek). Mit ihnen werde ich die naechsten zwei Tage verbringen. Auf der Fahrt nach Mengla kommen wir an Kautschuk-, Pomelo-, Ananas-, Papaya und Zuckerrohrplantagen vorbei, die Landschaft ist wunderschoen huegelig, mit vielen Fluessen, Waeldern und kleinen Doerfern. In Mengla angekommen entschliessen wir uns noch am selben Tag nach Mohan an der chinesisch-laotischen Grenze weiterzufahren. Der Grenzuebergang hat zum Glueck noch offen und so sind wir bereits 7 Stunden nach unserer Abfahrt in Jinghong auf laotischem Boden. Von der Grenze fahren wir mit einem Songtow (ein kleiner Pickup, auf welchem hinten Baenke und ein Dach montiert sind) ins naechste Dorf. Die Strasse ist unvorstellbar schlecht, alles voller Schlagloecher, Schlamm etc. Auf dem Weg zum Dorf muessen wir einige Male Elefanten aus dem Weg gehen. Es sind hier nicht wilde Elefanten sondern Arbeitselefanten....

26. Etappe: Na Toei

Im Dorf angekommen beziehen wir unser Zimmer, das wir zu dritt gebrauchen koennen, dies spart uns Kosten. Abends werden wir vom Besitzer der Gaststaette noch zu ein, zwei ..... Glaeschen laotischen Schnaps eingeladen. Zum Glueck ist er nicht so stark wie der russische Vodka!
Am naechsten Morgen gehen wir nach dem Fruehstueck etwas durch die Strassen und werden von einem Apotheker zu einem Reiswein eingeladen. Kurze Zeit spaeter sitzen wir also alle in der Apotheke am Boden und trinken und essen. Ab und zu steht eine Kundin oder ein Kunde an der Theke, dann werden diese bedient und anschliessend wird das naechste Glas getrunken. Ah ja, gleichzeitig ist es auch ein Musik- und Videogeschaeft.... komisch nicht?

27. Etappe: Die Fahrt nach Muang Sing

Von Na Toei fahren wir mit einem Songtow nach Luang Nam Tha. Uns wurde gesagt, das Dorf sei nicht sehr schoen und so fahren wir noch am gleichen Tag nach Muang Sing. Die Fahrt ist wiederum sehr schoen, allerdings windet es hinten auf dem Bus so sehr, dass ich mir eine Erkaeltung hole...

28. Etappe: Muang Sing - Trekking

In Muang Sing werde ich nicht viel Zeit verbringen - am naechsten Tag entschliesse ich mich, auf eine 3-taegige Trekkingtour zu gehen. Es sind noch 3 andere Leute auf der Tour (aus Amerika, Australien und Belgien), sowie unser Guide Tui. Wir fahren um 8 Uhr morgens los, in ein nahe gelegenes Hmong Dorf (Hmong ist eine der hier ansaessigen Minderheiten). Im Dorf sehen wir schoene Huetten (die Frauen und Maenner haben hier getrennte Eingaenge, ausserdem haben sie hier spezielle Haeuser fuer die jungen Maedchen: Die Familie des Maedchens baut ein kleines Haus neben dem eigenen, damit es dort mit dem Freund uebernachten kann).
Allerdings sehen wir auch negative Dinge, zum Beispiel einen Vater der zusammen mit seinem etwa 5 jaehrigen Sohn am Opium rauchen ist. Der Anbau von Opium gehoert in dieser Gegend leider zu den Haupteinnahmequellen der Bergdoerfer. Es ist viel lukrativer als zum Beispiel der Anbau von Reis. Allerdings sind die meisten Opiumbauern selbst abhaengig, manchmal sogar ganze Doerfer...
Vom Dorf aus geht die Wanderung in Richtung Berge, durch Reisfelder, Waelder und Doerfer. Auf dem Weg sehen wir auch noch eine kleine Schlange (gruen mit rotem Kopf), unser Guide meint, sie sei ungefaehrlich. Am Mittag machen wir Halt auf einem Reisfeld. Wir essen den mitgebrachten Lunch der aus Reis, Gemuese, Poulet, gefuellten Kakerlaken und Wasserschnecken zusammengesetzt ist. Auch letzteres schmeckt erstaunlich gut! Nach dem Mittagessen geht die Wanderung im Wald weiter. Am Abend kommen wir in ein kleines Dorf, in welchem wir uebernachten koennen. Im Dorf gibt es keine Verkehrsmittel und keinen Strom. Wir spielen mit den Kindern Frisbee und eine Art Volleyball. Nachher duschen wir unter dem nahe gelegenen Wasserfall und essen Wasserbueffelgulasch - mmmmh!
Am zweiten Tag wandern wir etwa 7 Stunden durch den Wald, leider sind die meisten alten Baeume abgeholzt worden, doch es ist dennoch schoen: wir sehen einige alte Baeume voller Lianen und Orchideen. Auch Tiere sehen wir leider keine, da die Leute die hier leben alles jagen und essen, wirklich alles... Um den Mittag beginnt es zu regnen, wir wandern weiter durch 2 Meter hohes Gras, Waelder, ueber Huegel mit wunderschoener Aussicht. Abends kommen wir wieder in ein Dorf in welchem wir essen und uebernachten. Es kommen wieder viele Kinder zu uns zu Besuch, die Groesseren wollen alle Englisch lernen, also probieren wir ihnen einige Woerter beizubringen.
Am dritten Tag geht es zurueck nach Muang Sing, wieder durch Wald und Reisfelder. Es faellt viel regen, die Wege sind nass und glitschig, und im Gebuesch lauern Blutegel, wie ich bald schmerzhaft feststellen muss... Zurueck im Dorf hole ich meine Sachen, die ich im Guesthouse zurueckgelassen hatte, dann fahre ich mit dem Bus zurueck nach Luang Nam Tha.
Im Bus treffe ich auf Jakub aus Tschechien, er hat die beiden letzten Jahre in Laos und Thailand gelebt und kann mir gute Tipps fuer meine Weiterreise und fuer eventuelle zukuenftige Reisen geben. In Luang Nam Tha besuchen wir den Markt und suchen ein guenstiges Guesthouse.

29. Etappe: Die Fahrt nach Pak Mong

Um 8.30 faehrt der Bus von Luang Nam Tha nach Pak Mong, allerdings faehrt er dann erst um 10.30, hier in Laos sind Verspaetungen von 2 oder mehr Stunden normal, da die Busse erst fahren wenn sie voll sind. Am Busbahnhof treffe ich einen Schweizer Entwicklungshelfer mit seiner Familie. Es ist das erste Mal seit langem, das ich mit jemandem schweizerdeutsch sprechen kann. Sie hatten eine Praktikantin aus der Schweiz (Esther) welche einen Monat bei ihnen lebte. Sie faehrt auch mit dem gleichen Bus und so verkuerzt sich die Fahrt enorm. Unterwegs faehrt der Bus noch in ein Schlammloch, dies hat zur Folge, dass wir waehrend 2 Stunden unter einem Baum Kartenspielen und warten bis der Bus "ausgegraben" ist. Um 20 Uhr kommt der Bus in Pak Mong an, ich suche mir ein Guesthouse und esse etwas kleines.

30. Etappe: Die Fahrt nach Muang Ngoi

Von Pak Mong will ich mit dem Bus nach Nong Khiaw, und dann weiter nach Muang Ngoi. Allerdings bin ich morgens um 6 der einzige Passagier, und der Bus faehrt erst wenn er voll ist.... Ich warte etwa eine Stunde und beobachte Moenche beim Almosensammeln und die verschiedenen Geschaefte beim sich vorbereiten fuer den Tag. Nach einer Stunde bin ich immer noch der einzige Fahrgast - also bezahle ich die 10 Dollar und habe den Bus fuer mich allein.
In Nong Khiaw muss ich auf ein Boot umsteigen, waehrend dem Warten auf das Boot treffe ich auf Silvia und Manuel mit welchen ich die naechsten 5 Tage verbringen werde. Als wir auf dem Boot sind, muessen wir warten bis etwa eine Tonne Backsteine aufs Boot geladen wurden, dies dauert etwa 1.5 Stunden. Dann gehts den Fluss hinauf in Richtung Muang Ngoi. Auf beiden Seiten des Flusses erheben sich hohe bewaldete Berge, einige von ihnen haetten die Form von Gesichtern, so sagte mir es jedenfalls ein Einheimischer. Im Ufergebuesch sehe ich einen Eisvogel mit wunderschoenen azurblauen Fluegeln.

31. Etappe: Muang Ngoi

Muang Ngoi ist ein kleines Dorf mit einigen hundert Einwohnern. Die Leute leben alle in einfachen Holzhaeusern, als Toilette und Waschplatz dient der Fluss. Die einzige Moeglichkeit ins Dorf zu gelangen ist per Boot. Es gibt keine Autos und keine Toeffs, auch Strom gibt es erst seit ein paar wenigen Jahren. Wir uebernachten die naechsten drei Naechte im Lucky Family Guesthouse, die Bungalows sind schoen, mit Terrasse, von welcher aus man ueber den Fluss an die Berge sieht. Abends sitzen wir auf unserer Veranda und hoeren den Grillen und Zikaden bei ihrem Konzert zu.
Am naechsten Tag wollen Manuel und ich in ein nahe gelegenes Dorf wandern. Der Weg fuehrt durch unberuehrten Wald und ueber Reisfelder. Da es hier in letzter Zeit oft und viel geregnet hat, ist der ganze Weg sehr schlammig. So wandern wir barfuss durch zum Teil 30 cm tiefen Schlamm. Wir sehen viel Schmetterlinge, andere Insekten (z.B. 25 cm lange Tausendfuessler), Froesche, Krabben und Eidechsen. Das Dorf finden wir allerdings nicht, und da ein Gewitter aufzieht entscheiden wir uns, umzukehren. Auf dem Rueckweg nehmen wir noch ein Bad in einem klaren und kalten Fluss, dann gehts zurueck ins Dorf wo wir uns waschen und in ein feines Restaurant etwas essen gehen.
30. August, ein Entspannungstag: Heute mache ich nichts, ein wenig schreibe ich fuer meine Homepage, dann wandere ich durchs Dorf, mache einige Fotos, esse etwas und dann liege ich den ganzen Tag in der Haengematte im Guesthouse - wirklich entspannend.
Am 31. August fahren wir mit dem Boot zurueck nach Pak Meng, von dort aus geht es per Bus weiter nach Luang Prabang.

32. Etappe: Luang Prabang

In Luang Prabang angekommen nehmen wir ein Toeff-Taxi in die Innenstadt wo wir ein schoenes Guesthouse finden (Vilay Guesthouse). Abends gehen wir noch ein bisschen in Luang Prabang spazieren, per Zufall sehen wir gerade noch einige Bootrennen auf dem Fluss, dieses Wochenende ist naemlich hier in Luang Prabang ein grosses Bootsfest mit vielen Wettbewerben und Bootsrennen. Nach dem Besuch einiger Wats (Kloester) und einem Spaziergang entlang des Mekongs schlendern wir noch durch den Nachtmarkt wo die unterschiedlichsten Dinge verkauft werden - Essen, Kleider, Lampen, Silberwaren, Souvenirs etc.
Am naechsten Tag (1. September) ist zum Glueck wieder wunderschoenes Wetter, dies hat allerdings zur Folge, dass es sehr heiss ist - ich denke gut ueber 30 Grad. Am Morgen besuchen wir einige Kloester in der Stadt. Das schoenste und auch bekannteste ist Wat Xieng Thong. In einem kleineren Kloster, dem Wat Singmouane treffen wir auf einen Moench der uns fragt, ob wir am Abend wiederkommen wollten um seinen Novizen Englisch beizubringen. Nachdem wir den Nachmittag mit Kartenschreiben, Relaxen und Essen verbringen, gehen wir also um 19 Uhr zurueck ins Kloster. Es warten etwa 15 junge Novizen auf uns. Wir stehen zu dritt an der Wandtafel und lernen einfache Saetze auf Englisch mit ihnen. Das Problem ist, das sie die Saetze zwar richtig wiederholen koennen, doch ich denke sie hatten keine Ahnung was es hiess. So fingen wir an, Gegenstaende in die Luft zu halten, und die entsprechenden englischen Worte an die Wandtafel zu schreiben. Dies nuetzte sehr viel mehr. Am Schluss der Stunde hat uns der Moench, der die Stunde normalerweise haelt, zu seinen Eltern in einem kleinen Bergdorf eingeladen - zu schade dass wir keine Zeit mehr haben um dorthin zu gehen.
Tags darauf gehen Silvia und Manuel weiter in Richtung Vang Vieng. Ich begleite sie zum Busbahnhof, da ich in der Naehe (beim chinesischen Markt) noch mein restliches Chinesisches Geld wechseln kann. Auf dem Weg dorthin sehe ich, dass heute ein riesiger Markt stattfindet. Man sagt mir es sei ein spezieller Markt der nur waehrend des Bootsfestivals stattfindet. Ich kaufe mir noch einige Souvenirs und verschiedene Dinge zum Essen. Man weiss hier zwar nie was man kauft, doch die meisten Sachen sind gut und essbar, manchmal allerdings etwas scharf.
Nachmittags gehe ich nochmals in ein Internetcafe um an meinem Bericht weiterzuschreiben, dann gehe ich auf den That Phousi Mountain, in der Mitte von Luang Prabang, von dort hat man eine schoene Aussicht ueber die Stadt. Abends muss ich dann meine Sachen packen, da es am naechsten Morgen (2.9.) mit dem Boot den Mekong weiter in Richtung Thailand geht.
Als ich am naechsten Morgen von meinem Guesthouse zum Bootssteg gehe, sehe ich die Moenche beim Almosengang. In Luang Prabang gibt es sehr viele Kloester, deshalb auch sehr viele Moenche. Jeden Morgen um 6 Uhr wandern sie durch die Stadt um von den Leuten Essen zu erhalten. Jeder Moench hat seine eigene Schale in welche die Leute, die kniend den Strassenrand saeumen, Essensgaben hineinlegen. Die Moenche wandern in Gruppen, jeweils der Aelteste zuvorderst, der Juengste zuhinterst. Neben den Moenchen und den Leuten die ihnen das Essen geben hat es noch viele Kinder und Bettler, die wiederum von den Moenchen diejenigen Dinge erhalten, die sie nicht moegen oder die fuer sie zuviel sind. Ich denke es ist ein sehr schoener und auch guter Brauch, man sieht naemlich in Luang Prabang nie Bettler auf der Strasse, da alle genuegen Essen von den Moenchen erhalten.
Neben dem Almosengang der Moenche sehe ich auch noch verschiedene Zeremonien fuer das Bootsrennen. Ganze Ruderteams wandern pfeifend und trommelnd durch die Strassen, zudem werden in der ganzen Stadt Marktstaende aufgebaut. Es waere sicherlich interessant gewesen, das Festival zu sehen, doch mein Visum laeuft am 5.9. aus. Zudem war es sehr gut am Tag des Festivals aus Luang Prabang abzureisen, das Boot ist nur halb voll und alle Leute haben viel Platz zum sitzen und schlafen!

33. Etappe: Die Fahrt nach Thailand

Das Boot ist wie gesagt nur etwa zur Haelfte gefuellt, es sind etwa 20 Thais und mit mir 4 Touristen an Bord. Die Fahrt auf dem Mekong nach Pak Beng geht gegen den Strom, sodass das Boot nur sehr langsam vorankommt. Die Fahrt ist allerdings sehr schoen und entspannend, wir kommen an vielen kleinen Fischerdoerfern vorbei, sehen Fischer beim Auswerfen der Netze, Touristen welche in ohrenbetaeubend lauten und sehr schnellen Speedboats an uns vorbeizischen, ganze Baeume voller Reiher und viele verschiedene, zum Teil leuchtend blaue Eisvoegel. Nach 10 Stunden Fahrt kommen wir schlussendlich in Pak Beng an, es ist bereits dunkel in dem kleinen Ort. Ich finde ein Zimmer in einem Guesthouse am Fluss, es ist wie viele Zimmer in Laos mit einem grossen Moskitonetz ausgestattet welches sich ueber das ganze Bett spannen laesst. Zudem hat es auch wieder ganze Heerscharen von Gekos im Guesthouse und im Zimmer.
Am naechsten Morgen geht die Fahrt weiter stromaufwaerts nach Huay Xai an der laotisch/thailaendischen Grenze. Die Fahrt ist sehr aehnlich zu jener am Vortag, dauert aber 11 Stunden da wir einen kleineren Motorschaden haben. Als wir in Huay Xai ankommen ist die Grenze zu Thailand bereits geschlossen, die drei Englaender und ich duerfen also noch einmal in Laos uebernachten.

34. Etappe: Chiang Mai 1

Am naechsten Morgen (5.9.) nehmen wir die Faehre, welche uns ueber den Mekong nach Thailand bringt. Von Chiang Khong (dem thailaendischen Grenzort) nehme ich den Bus nach Chiang Mai. Waehrend der 5-stuendigen Fahrt ist deutlich zu sehen, dass Thailand wirtschaftlich viel weiter entwickelt ist als Laos, es hat viel mehr Einkaufsmoeglichkeiten, Banken, moderne Handwerksbetriebe und viel mehr Leute.
Chiang Mai hat etwas ueber eine Million Einwohner und ist fuer mich ein ziemlicher Schock - ich habe die letzten 3 Wochen in sehr kleinen Doerfern, welche zum Teil mit sehr schlechter Infrastruktur ausgeruestet waren, verbracht... Ich finde bald ein preisguenstiges Guesthouse. Dort treffe ich auf Tamsin aus England, am Abend gehen wir zusammen essen und Billard spielen.
Am naechsten Tag gehe ich zum Markt, zur Post (ich muss wieder einmal einige Dinge nach Hause senden da mein Rucksack wieder zu schwer wird), in ein Kloster, in ein sehr langsames Internetcafe, wieder einmal zu Mc Donalds und anschliessend zum Nachtmarkt. In Laos und Thailand gibt es viele Nachtmaerkte, diese oeffnen meistens um 18 Uhr und haben bis Mitternacht geoeffnet. Man kann alles kaufen - Souvenirs, Haushaltsdinge, Essen, Kleider etc. etc.

35. Etappe: Soppong

Da mir Chiang Mai nicht sonderlich gut gefaellt, gehe ich bereits nach 2 Tagen weiter mit dem Bus nach Pai. Der Bus faehrt durch eine wunderschoene Berg-Wald-Landschaft. In Pai hat es sehr sehr viele Touristen und so fahre ich noch am gleichen Tag weiter nach Soppong. Soppong ist ein kleines Dorf etwa 2 Stunden noerdlich von Pai. Auf der Fahrt von Pai nach Soppong kommen wir an Erdnuss- und Sojabohnenfeldern vorbei, auf einigen der Felder arbeiten Frauen des Lisu Stammes, sie sind in knallviolette und pink farbene Kleider gehuellt. Wir sehen auch die Ausmasse der Ueberflutungen die hier vor zwei Wochen stattgefunden haben, viele Felder sind kaputt, Bruecken weggeschwemmt etc.
Soppong ist ein kleines Dorf mit etwa 300 Einwohnern. Im Gegensatz zu Pai hat es sehr wenige Touristen - ich bin der Einzige. Man sagt mir, dass es in der Regenzeit sehr wenige Touristen hier im Nordwesten hat, in der Trockenzeit waeren es sehr viel mehr. Im Jungle Guesthouse finde ich eine sehr schoene Bleibe, es ist zwar etwas teuer (fuer hiesige Verhaeltnisse) doch das supergute und sehr guenstige Essen machen die Ausgaben mehr als wett. Das Jungle Guesthouse umfasst etwa 10 Bungalows die alle ueber eine eigene Dusche/WC verfuegen und die mitten im Wald liegen. Allerdings faellt das Einschlafen etwas schwer, da es in der Umgebung Unmengen von Grillen und Zikaden hat welche einen ohrenbetaeubenden Krach machen. Auch das Quaken von Froeschen und die komischen Geraeusche der Geckos sind omnipraesent.

36. Etappe: Mae Hong Son

Eigentlich wollte ich fuer zwei Tage in Soppong bleiben da ich einen Tag lang wandern gehen wollte. In der Nacht regnete es jedoch ununterbrochen was eine 7-stuendige Wanderung so ziemlich verunmoeglichte. Die Wege waeren steil gewesen und nun sind sie in Baeche oder zumindest in rutschige Wege verwandelt worden.
Ich gehe also bereits heute weiter mit dem Bus nach Mae Hong Son. Auf der Fahrt sitze ich neben einem Maedchen welches jeden Tag mit dem Bus zur Schule faehrt (zwei Stunden Hin- und zwei Stunden Rueckweg)! Mae Hong Son ist etwas groesser als Soppong und hat viele Laeden, einen grossen Markt und ein Internetcafe. Im Yok Guesthouse finde ich ein schoenes Zimmer. Am Nachmittag besuche ich einige Kloester, eines davon ist auf einem Berg in der Naehe der Stadt. Ich unterschaetze die Distanz auf der Karte und bin heilfroh, als ein Auto anhaelt und mich mitnimmt. Vom Berg aus hat man eine super gute Aussicht ueber das Dorf, die Reisfelder und die wolkenverhangenen Berge.
Abends hole ich mir einige verschiedene Dinge zum essen, das billigste und auch das beste Essen bekommt man hier in fahrenden Strassenstaenden. Dies ist meistens ein Velo oder ein Mofa mit Verkaufstisch und Sonnenschirm, man kann da die verschiedensten Dinge kaufen, z. B. Curries, Reis, Nudeln, Suppen, Fleisch, Fisch etc. etc. Ein Gericht ist allerdings nicht sehr gut, es ist, so glaube ich zumindest, Schafsfleisch mit sehr vielen Arterien drin.... Nach dem Mahl gehe ich in eine Bar am See in welcher Livemusik gespielt wird.

37. Etappe: Mae Sariang

Tags darauf fahre ich mit dem Bus weiter nach Mae Sariang. Die Fahrt ist wiederum sehr kurvig und geht durch wunderschoene bewaldete Huegel. In Mae Sariang angekommen finde ich ein Guesthouse welches direkt am Fluss liegt (Riverside Guesthouse). Von meinem Zimmer aus sehe ich zum Fluss und zu den Reisfeldern und Huegel auf der anderen Flussseite. Nachmittags miete ich einen Roller und erkunde die naehere Umgebung. Es hat hier viele kleine Doerfer in welchen ich jeweils sehr freundlich gegruesst werde. Die Kinder winken mir alle zu und ein paar Aeltere laden mich kurzerhand auf einen Drink ein. Ich sehe Leute die ihre Reisfelder pfluegen (dies wird hier nicht mit einem Traktor gemacht sondern mit Wasserbueffel). Abends regnet es wieder ununterbrochen, sodass ich die Zeit mit dem Lesen eines Buches im Guesthouse verbringe.
Am naechsten Morgen mache ich nochmals eine Ausfahrt mit dem Roller. Es regnet zum Glueck nicht mehr, doch die Berge sind immer noch teilweise mit Wolken bedeckt was das Landschaftsbild sehr schoen macht. Nach einigen Kilometern komme ich zu einem Polizei-Checkpoint, diese hat es hier ueberall - sie sollen den Drogenimport aus Myanmar (ehem. Burma) vorbeugen. Ob es wirklich effektiv ist bleibt allerdings eine grosse Frage, denn Korruption und Drogenhandel durch die Polizisten sind hier, so sagt man mir, sehr stark verbreitet.

38. Etappe: Chiang Mai 2

Gut ausgeschlafen mache ich mich am naechsten Tag auf, um nach Chiang Mai zurueckzukehren. Im Guesthouse treffe ich auf einen Polen, der frueher Profi - Tennisspieler war. Er war Trainer von Agassi und Sampras! Mit 43 hat er aufgehoert und seither wohnt er in Thailand. Ab und zu gibt er Tenniskurse fuer jugendliche Sporttalente.
Abends gehe ich zum Nachtmarkt essen, Billardspielen in einer Bar und zum Abschluss in eine Thai-Disco. Die Musik ist ohrenbetaeubend laut und nicht sehr gut, deshalb gehe ich dann auch bald zurueck zum Guesthouse.

39. Etappe: Sukhothai

Meine naechste Destination ist Sukhothai, auf halbem Weg zwischen Chiang Mai und Bangkok. Sukhothai war vor einigen hundert Jahren Sitz des Koenigs und hat viele alte, wunderschoene Ruinen. Nach einer kurzen Nacht (viel Regen und ein sehr lautes Guesthouse) mache ich mich auf zur Busstation von wo aus ich den Bus nach Si Satchanalai nehme (50 km von Sukhothai). Dort hat es auch viele Ruinen welche nicht so sehr touristisch sein sollen wie diejenigen in Sukhothai aber genau so schoen. Die Ruinen der verschiedenen Palast- und Klosteranlagen sind wirklich sehr sehr schoen, und ich bin einer der wenigen, wenn nicht sogar der einzige, Tourist in der rund 700 Hektaren grossen Anlage. Die meisten Gebaeude stammen aus der Zeit zwischen 1000 und 1500 n. Chr. Sie sind deshalb auch mehr Ruinen als ganze Gebaeude. Die Kuppeln und Buddhafiguren, sowie die Saeulen und Mauern sind sehr gut erhalten und sehr sehenswert.
Auf dem Weg zurueck nach Sukhothai kommen wir durch Doerfer welche im Moment gerade ueberflutet sind. Der Yom Fluss fuehrt im Moment sehr viel Wasser da dieses Jahr mehr Regen als sonst gefallen ist. Die Strasse ist zum Teil durch 50 cm Wasser bedeckt. Ganze Haeuser sind mit Wasser gefuellt und ueberall sind Leute, die bis zur Huefte im Wasser stehen und versuchen einige ihrer Habseligkeiten zu retten. In Sukhothai wird die Lage in den naechsten Stunden entschieden, so sagt mir einer der Koordinatoren der Leute, welche rund um die Bruecken und Strassen Berge von Sandsaecke anlegen. Solche Bilder zu sehen, die man sonst nur im Fernsehen sieht ist schon sehr beruehrend, und auch ein grosser Gegensatz zu den schoenen Momenten und schoenen Bildern am Morgen in der Tempelanlage...
Abends verpflege ich mich auf dem Markt, es gibt hier jede Menge gekochter, getrockneter und frittierter Koestlichkeiten. Unter anderem probiere ich frittierte Heuschrecken. Im Vergleich zu den Skorpionen, Kakerlaken und Schnecken sind sie allerdings nicht sehr schmackhaft.

40. Etappe: Bangkok 1

Am naechsten Morgen fahre ich mit dem Bus nach Bangkok, es wird eine meiner letzten langen Busfahrten sein, die Fahrt dauert 9 Stunden. In Bangkok finde ich im Zentrum ein akzeptables Zimmer in einem Guesthouse, schoen ist es nicht doch es ist bezahlbar und eher ruhig gelegen. Abends schlendere ich durch den Nachtmarkt in der Khao San Strasse, einer der Haupt-Tourismus-Strassen in Bangkok. Ich glaube ich habe auf meiner ganzen Reise noch nie so viele Touristen auf einem Haufen gesehen. Am naechsten Tag erkundige ich mich nach einem Ausflug auf eine der thailaendischen Inseln. Man sagt mir, das es im Moment nicht sehr schoen sein soll dort, da in der Regenzeit die Straende zum Teil fast unzugaenglich sein sollen (wegen der hohen Wellen und dem vielen Regen). Ich suche also nach einer Alternative, ich entschliesse mich noch fuer einige Tage etwas nordwestlich von Bangkok, nahe der Grenze zu Myanmar zu verbringen.

41. Etappe: Kanchanaburi und Thong Pha Poom

Ich fahre mit dem Bus nach Kanchanaburi, einer Kleinstadt etwa 2 Stunden von Bangkok entfernt. Ich finde ein sehr billiges Guesthouse welches direkt am Kwai Fluss liegt. Die beruehmte "Bruecke am Kwai" ist nur etwa 400 Meter von hier. Die Speisekarte des Guesthouses ist auch vom Feinsten. Sie haben ueber 300 verschiedene Speisen und die Wahl faellt einem umso schwerer je laenger man die Karte anschaut. Ich bestelle jeweils zwei oder drei Sachen und alles schmeckt ausgezeichnet (z. B. Poulet mit Cashewnuts und Ananas, serviert in einer ausgehoehlten Ananas, oder Padthai Nudeln mit Erdnuss-Splittern....). Den Tag verbringe ich mit ausruhen, lesen, durch den Markt schlendern, schwimmen und dem Schreiben von Berichten. Auf dem Markt probiere ich mal noch etwas neues, ich esse gebratenen Frosch mit Basilikum und Reis. Ist nichts besonderes und ich werde in Zukunft wohl eher wieder Insekten essen als Frosch...
Nach zwei erholsamen Tagen in Kanchanaburi fahre ich mit dem Bus nochmals etwa 3 Stunden gen Norden in ein Dorf namens Thong Pha Poom (TPP). Es wurde mir von einem Tschechen empfohlen der seit zwei Jahren dort lebt. Die Fahrt nach TPP ist wiederum landschaftlich sehr schoen. Die Strasse fuehrt an vielen Wasserfaellen und Fruchtplantagen vorbei. Das Dorf liegt an einem Fluss und ist von wunderschoenen, bewaldeten Karstbergen umgeben. Zu tun gibt es nichts so dass ich zwei Tage nur mit relaxen verbringe. Ich habe ein Bungalow welches mitten im Wald mit Sicht auf den Fluss gelegen ist. Bei Abenddaemmerung ist es sehr laut im Wald denn die Grillen, Froesche, Kroeten, Voegel und Zikaden scheinen ein richtiges Wettsingen zu veranstalten. Im Bungalow hat es auch wieder jede Menge von Geckos, zu den zwei kleinen, mir mittlerweile bekannten Arten, kommt hier eine weitere dazu (diese sind mit 30 bis 40 cm viel groesser als die anderen, auch sind sie nicht einfarbig sondern haben weisse und rote Punkte - so richtig schoen). Da ich der einzige Gast bin werde ich von den Besitzern des Bungalows die ganze Zeit mit dem Moped umhergefahren. Abends gehen wir zu dritt in eine Karaokebar, von den wenigen englischen Liedern die sie haben kenne ich leider kein einziges...
Nach zwei Tagen in Thong Pha Poom fahre ich zurueck nach Kanchanaburi wo ich nochmals einen Tag (19.9.) verbringe bevor ich zurueck nach Bangkok fahre.

42. Etappe: Bangkok 2

Zurueck in Bangkok gehe ich wieder ins gleiche Guesthouse in welchem ich schon letztes Mal war. Abends treffe ich in der Strasse wieder auf Silvia und Manuel, mit ihnen war ich laengere Zeit im Norden von Laos unterwegs. Wir gehen zusammen etwas essen. Wir unterhalten uns ueber unsere Erlebnisse seit wir von Luang Prabang getrennte Wege gingen und dann sprechen wir ueber die Rueckreise. Wir stellen fest, dass wir unabhaengig voneinander im gleichen Flug sind, ich denke dies ist doch ein grosser Zufall, nicht?
Am naechsten Tag - es ist der letzte meiner Reise - gehe ich einfach in der Stadt spazieren. Ich verbringe mehrere Stunden in Chinatown. Die Anzahl der verwinkelten Gassen und Marktstaende ist schlicht gigantisch. Man verliert so schnell jegliche Zeit- und Raumvorstellung. Anschliessend gehe ich nochmals in ein Shoppingcenter in welchem ich noch die letzten paar Dinge kaufe. Ich habe gestern festgestellt, dass mein fertig gepackter Rucksack nur 15 kg wiegt. Erlaubt sind 20 kg, da muss ich also schon noch einiges einkaufen...
Nach dem Einkaufen esse ich noch einige Kleinigkeiten und schreibe den letzten Teil des Reiseberichts. In ein paar Stunden werde ich mit dem Bus zum Flughafen fahren, wo ich um 00.45 abfliege. Ich fliege von Bangkok nach Istanbul und von dort nach Zuerich wo ich am 22. September um 9.45 am Morgen ankomme.

Schlussbemerkung

Ich hoffe ihr habt die Berichte jeweils gerne gelesen. Mir hat es auf alle Faelle grossen Spass gemacht jeweils einige Erlebnisse meiner Stationen in Textform wiederzugeben.